Pressemeldung Nr. 5337 vom

Grüne warnen vor Ausweitung der Muschelfischerei - "Sander führt Feldzug gegen den Naturschutz"

Vor einer Ausweitung der Muschelfischerei auch auf Trog- und Herzmuscheln hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen gewarnt. Bisher dürfen in Niedersachsen nur Miesmuscheln befischt werde...

Vor einer Ausweitung der Muschelfischerei auch auf Trog- und Herzmuscheln hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen gewarnt. Bisher dürfen in Niedersachsen nur Miesmuscheln befischt werden.
"Anders als Miesmuscheln sitzen Trog- und Herzmuscheln im Boden. Um an diese Arten heran zu kommen, muss der Meeresboden komplett umgepflügt werden und das hinterlässt eine Zone der Verwüstung", warnte Janßen in seiner Landtagsrede zum Antrag von CDU und FDP zur Zukunft der Küstenfischerei.
Koalitionsfraktionen und SPD wollen die Muschelbefischung in Niedersachsen auf Grundlage der sog. Cofad-Studie ausweiten. Zur Ausdehnung der Muschelfischerei auf weitere Arten schlägt diese Studie eine Änderung der Küstenfischereiordnung und des Nationalparkgesetzes vor.
"Auch wenn das noch keiner laut sagt: Ich habe keinen Zweifel, dass CDU und FDP auch eine Änderung des Nationalparkgesetzes machen. Umweltminister Sander lässt doch keinen Zweifel, dass ihm der Naturschutz im Wattenmeer mehr als lästig ist", sagte der Grünen-Abgeordnete. Janßen erinnerte in diesem Zusammenhang an die von CDU/FDP beschlossene Intensivierung der Salzwiesen-Nutzung und an die Forderung des Umweltministers, den Kleie zum Deichbau künftig vorrangig aus dem Wattenmeer zu entnehmen.
Die Ausweitung der Muschelfischerei im Nationalpark verstoße gegen EU-Naturschutzrecht, so Janßen. Dieses habe der Europäische Gerichtshof im vergangenen September in einem Urteil zur Herzmuschelfischerei gegen die Niederlande ausdrücklich festgestellt. "In seinem Feldzug gegen den Naturschutz im Wattenmeer ist Umweltminister Sander offenbar skrupellos. Er wird damit aber nicht durchkommen", sagte Hans-Joachim Janßen.

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