GRÜNE werfen Landesregierung bei Karmann-Insolvenz „schlechtes Krisenmanagement“ vor
Die Landesregierung habe nie erkannt, dass sich in der Autoindustrie ein tiefgreifender Strukturwandel vollziehe und sei damit mitverantwortlich für die Insolvenz des Autobauers, so Stefan Wenzel.
Als "höchst bedauerlich" haben die Landtagsgrünen die Insolvenz des Osnabrücker Autobauers Karmann bezeichnet. Das treffe besonders auf die vielen Menschen zu, die um ihren Arbeitsplatz bangen müssen, sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel am Mittwoch (heute) in Hannover. Der Staatskanzlei und dem Wirtschaftsministerium warf der Grünen-Politiker "schlechtes Krisenmanagement" vor. "Offenbar hat man dort von der Insolvenz auch nur aus der Zeitung erfahren."
Die Landesregierung habe nie erkannt, dass sich in der Autoindustrie ein tiefgreifender Strukturwandel vollziehe und sei damit mitverantwortlich für die Insolvenz des Autobauers. Noch zu seinen Oppositionszeiten habe Wulff die Luxusstrategie von VW gestützt, kritisierte Wenzel. Als Ministerpräsident habe Wulff sich immer wieder gegen schärfere Klimaschutzgrenzwerte gesträubt, die die Innovationszyklen hätten beschleunigen können. "Jetzt steht die Autoindustrie am Scheideweg. Angesichts einer Überkapazität in der Produktion von weltweit ca. 20 Millionen Fahrzeugen werden nur die Fahrzeugbauer überleben, die die innovativsten und umweltfreundlichsten Fahrzeuge bauen können", sagte der Grünen-Politiker. Auch VW stehe hier noch vor großen Herausforderungen.