GRÜNE wollen Prüfsiegel für Pflegeheime - Festgestellte Mängel nicht als Einzelfälle abtun
Die Landtagsgrünen haben Sozialministerin Trauernicht aufgefordert, wirksame Schritte gegen Missstände in niedersächsischen Pflegeheimen einzuleiten. Die seit einem Jahr vorliegenden Prüfergebnisse de...
Die Landtagsgrünen haben Sozialministerin Trauernicht aufgefordert, wirksame Schritte gegen Missstände in niedersächsischen Pflegeheimen einzuleiten. Die seit einem Jahr vorliegenden Prüfergebnisse des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse (MDK) würden unzureichend bearbeitet, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer am Mittwoch in Hannover. "Die festgestellten gravierenden Mängel in vielen Heimen dürfen nicht als Einzelfälle abgetan werden, sondern weisen auf strukturelle Probleme hin." Außerdem würden zur Zeit viel zu wenig Heime überprüft.
Die Grünen wollen erreichen, dass die bisher von Bayern und von CDU-regierten Ländern blockierte Pflegeprüfungsverordnung so schnell wie möglich in Niedersachsen zur Anwendung kommt. Danach könnte die Überprüfung von Heimen vereinheitlicht werden und die derzeitige Quote von 12 % Überpüfungen auf 20 % angehoben werden. Pothmer: "Das würde die Analyse der Mängel erleichtern. Zugleich wären die Heime stärker gefordert, die Qualität ihrer Arbeit zu verbessern."
Pothmer forderte die Einführung einer Zertifizierung von Pflegeeinrichtungen. "Ein Prüfsiegel würde den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen helfen, die Qualität der Einrichtungen zu beurteilen und ihre Entscheidung erleichtern, ohne dass langwierige Erkundigungen oder gar private Gutachten eingeholt werden müssen."
Die Grünen werden ihre Forderungen in einem Entschließungsantrag in die nächste Plenarsitzung einbringen. Pothmer: "Die Ministerin pflegt einen falschen Umgang mit den Missständen, wenn sie weiter versucht, die Lage in den niedersächsischen Heimen gesund zu beten."