Pressemeldung Nr. 439 vom

Grüne wollen Qualitäts- statt Gebührendebatte - "Voraussetzungen für zügiges Studium fehlen in Bund und Land"

Mit ihrem Beschluss, den Ländern künftig freie Hand bei Maßnahmen zur Einhaltung der Regelstudienzeit zu lassen, wälzt die Kultusministerkonferenz nach Ansicht der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grün...

Mit ihrem Beschluss, den Ländern künftig freie Hand bei Maßnahmen zur Einhaltung der Regelstudienzeit zu lassen, wälzt die Kultusministerkonferenz nach Ansicht der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne eigene Versäumnisse auf die Studierenden ab. "Sucht man die Verantwortlichen für überlange Studienzeiten, zeigt ein Finger auf die Studierenden, aber vier Finger zeigen auf die Ministerrunde", erklärte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Michel Golibrzuch, am Freitag in Hannover.
Als Beleg für seine Kritik verweist der Grünen-Abgeordnete auf die Aussage von Bundesbildungsministerin Bulmahn (SPD), jetzt müssten die Voraussetzungen geschaffen werden, um ein Studium in der Regelzeit abschließen zu können. Golibruch: "Bei Frau Bulmahn meldet sich wohl das schlechte Gewissen." Weder BaföG- noch Strukturreformen seien so weit vor-angekommen, dass die Studiendauer sich dadurch bereits verkürzen ließe.
Ähnliche Versäumnisse sieht der Grünen-Politiker auch in Niedersachsen. Vielfach sei die Ausstattung der Hochschulen unzureichend. Studierende arbeiteten nicht nur aus finanziellen Gründen nebenher. "Häufig können sie sich am freien Markt besser qualifizieren als im Studium", so Golibrzuch. Druck müsse deshalb nicht zuallererst auf die Studierenden, sondern auf die Hochschulen ausgeübt werden, etwa durch eine leistungsbezogene Mittelvergabe. Voraussetzung sei dabei, auf geplante Einsparungen an den Universitäten zu verzich-ten. Golibrzuch: "Man sollte eine Strafgebühr bei den Ministern erheben, nicht bei den Studierenden."

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