GRÜNE fordern sofortige Beauftragung einer Studie über das Studierverhalten in Niedersachsen:GRÜNE: Wulffs halbgare Versprechungen helfen nicht weiter
Bei den Äußerungen von Ministerpräsident Wulff zu einer Reform der Studiengebühren handle es sich lediglich um „halbgare Versprechungen“, so die hochschulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Gabriele Heinen-Kljajic.
Bei den Äußerungen von Ministerpräsident Wulff zu einer Reform der Studiengebühren handle es sich lediglich um "halbgare Versprechungen", so die hochschulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Gabriele Heinen-Kljajic. Es gehe nicht um die Frage, ob sich die Einführung von Studiengebühren in Niedersachsen gelohnt habe, sondern um die Frage, welche Auswirkungen sie auf das Studierverhalten junger Menschen habe. "Wenn Ministerpräsident Wulff es ernst meint mit seiner neuen Nachdenklichkeit, dann muss er umgehend eine Studie über das Studierverhalten in Niedersachsen in Auftrag geben, die aufzeigt, warum AbiturientInnen kein Studium aufnehmen und welche Auswirkungen die zusätzliche finanzielle Belastung auf den Studienalltag von Studierenden hat", erklärte die grüne Politikerin. Deshalb müsse eine Auswertung nach Ansicht der Grünen unbedingt auch die Befragung von AbiturientInnen der Jahrgänge 2004 bis 2008 beinhalten, die kein Studium aufgenommen haben.
Ebenfalls wies die grüne Politikerin darauf hin, dass es nicht ausreiche, über ein optimales Stipendienprogramm zu reden, aber dabei vor allem Dritte, nämlich die Wirtschaft und die Studierenden, selbst in Haftung zu nehmen. "Das Land stellt im ersten Jahr gerade einmal eine Millionen Euro zur Verfügung. Denselben Betrag plant sie bei der Wirtschaft einzuwerben und will außerdem eine weitere Million von den Hochschulen aus den Studiengebühren einziehen", so Heinen-Kljajic. "Das heißt im Klartext: Die Studierenden sollen über ihre Gebühren selbst für ihre Stipendien aufkommen, die wiederum die Gebühren sozial abfedern sollen. Mit diesem Finanzierungsmodell mogelt sich Wissenschaftsminister Stratmann aus der Verantwortung."
Bedenkenswert sei außerdem, dass im Wintersemester 07/08 nur 2,1 % der beitragspflichtigen Studierenden ein Studienbeitragsdarlehen aufgenommen haben – eine Zahl, die auch den Ministerpräsidenten am niedersächsischen Gebührenmodell zweifeln lässt. Heinen-Kljajic: "Die Landesregierung hat sich die Suppe selbst eingebrockt, jetzt muss sie sie auch auslöffeln, statt sich hinter wohlfeilen Absichtsbekundungen zu verstecken. Stratmanns Gebührenmodell ist gescheitert. Die Konsequenz kann nur die Abschaffung sein."
Die Grünen halten alle Bemühungen des heutigen Bildungsgipfels für Makulatur, solange unionsgeführte Bundesländer wie Niedersachsen an Studiengebühren festhalten.