Ergebnisse sehr widersprüchlich:GRÜNE zum Bildungsmonitor – Heister-Neumanns Eigenlob unangebracht
Die Euphorie, mit der Niedersachsens Kultusministerin Heister-Neumann die angeblichen Fortschritte im niedersächsischen Bildungssystem preist, ist nach Ansicht der Landtagsgrünen unangebracht.
Die Euphorie, mit der Niedersachsens Kultusministerin Heister-Neumann die angeblichen Fortschritte im niedersächsischen Bildungssystem preist, ist nach Ansicht der Landtagsgrünen unangebracht. Bei genauerer Betrachtung seien die Ergebnisse des heute (Dienstag) vorgelegten Bildungsmonitors 2008 sehr widersprüchlich, sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter in Hannover. "Zu selbstgefälligem Eigenlob gibt es keinen Grund".
Als Beispiel nannte Korter das Kriterium der Zeiteffizienz, bei dem Niedersachsen in der Studie den zweiten Platz belegt. Hier werde das Land vor allem dafür gelobt, dass das Studium besonders schnell auf Bachelor-Master-Strukturen umgestellt wurde. "Über die Qualität und den Erfolg sagt das überhaupt nichts."
Die Studie bescheinige Niedersachsen zwar einen guten Platz bei der Priorität der Bildungsausgaben; für den schulischen Bereich lägen diese jedoch unter dem Bundesdurchschnitt, sagte Korter. Auch der Anteil der Schulabbrecher mit 8,5 Prozent sei viel zu hoch.
Erfreulich sei der im Bildungsmonitor positiv bewertete gestiegene Anteil Studierender aus dem Ausland. "In krassem Gegensatz dazu steht, dass in Niedersachsen nur 2,1 Prozent der hier aufgewachsenen Kinder mit ausländischer Staatsangehörigkeit das Abitur und nur 6 Prozent die Fachhochschulreife erreichen", kritisierte die Grünen-Politikerin.
Überhaupt kein Kriterium in der von der Initiative neue soziale Marktwirtschaft beauftragten Studie seien die geringen Chancen von sozial benachteiligten oder lernbeeinträchtigten Kindern gewesen.