Pressemeldung Nr. 359 vom

Einsicht in Protokolle des Kabinetts Albrecht gefordert:GRÜNE zum Endlager-Symposium: Umweltministerium verdreht historische Tatsachen -Gorleben-Entscheidung nie fachlich begründet

Anlässlich des Endlager-Symposium hat Stefan Wenzel dem Nds. Umweltministeriums die Verdrehung historischer Tatsachen vorgeworfen. Die Aussage, dass es sich beim Gorleben-Beschluss der Regierung Albrecht nicht um eine politische Entscheidung gehandelt habe sei Geschichtsklitterung.

Nach ihrem heutigen (Freitag) Auftritt auf dem Endlager-Symposium in Berlin hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel den Vertretern des Niedersächsischen Umweltministeriums die Verdrehung historischer Tatsachen vorgeworfen. Die Aussage, dass es sich beim Gorleben-Beschluss der Regierung Albrecht nicht um eine politische Entscheidung gehandelt habe sei Geschichtsklitterung, kritisierte der Grünen-Politiker.

Wenzel forderte die Einsichtnahme und Veröffentlichung der diesbezüglichen Kabinettsunterlagen und der Protokolle der damals tätigen Kommission und des Energiebeirates. "Dann wird deutlich, dass Gorleben nicht wegen besonders guter geologischer Bedingungen für ein Atomendlager ausgewählt wurde, sondern aus politischer Opportunität", sagte der Grünen-Politiker. Das bestätigten entsprechende Aussagen, wie zum Beispiel von Professor Lüttich, der als Mitglied einer Arbeitsgruppe für die Vorauswahl zuständig war. Gorleben sei damals im Vergleich von drei Salzstöcken nur zweite Wahl gewesen.

Auch aus dem "Jahrbuch der Atomwirtschaft von 1978" werde deutlich, dass Wissenschafter von der Auswahl Gorlebens überrascht waren, weil keine geologischen Erkenntnisse zur Eignung des Salzstocks vorlagen.

Wenzel kritisierte zudem, dass die Erfahrungen mit dem "Asse-GAU" beim Endlager-Symposium nur eine untergeordnete Rolle spielen. Lediglich ein Workshop befasse sich in Teilen mit der Problematik der radioaktiven Laugen in dem Bergwerk. "Es wäre die Aufgabe der Landesregierung gewesen, die Erfahrungen dieser katastrophalen Entwicklung in die fachliche Debatte einzuführen", sagte der Grünen-Politiker.

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