20 Jahre lang Chancen für den Naturschutz verpasst:GRÜNE zum FFH-Jubiläum: Niedersachsen ökologisches Schlusslicht in Deutschland
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer hat der Niedersächsischen Landesregierung vorgeworfen, die Umsetzung der europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH) Naturschutzrichtlinien zu verschleppen.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer hat der Niedersächsischen Landesregierung vorgeworfen, die Umsetzung der europäischen Fauna-Flora-Habitat-(FFH) Naturschutzrichtlinien zu verschleppen. "Auch 20 Jahre nach Verabschiedung des Vertragswerks steht unser Bundesland als ökologisches Schlusslicht Deutschlands da", sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch (heute) in Hannover. Nur 6,8 Prozent der Landfläche sind entsprechend der FFH-Richtlinie geschützt; bundesweit sind es immerhin 9,3 Prozent. "Niedersachsen hinkt hinterher. Das wird dem hohen ökologischen Potenzial zwischen Ems, Harz und Elbe nicht annähernd gerecht", sagte Meyer.
Auch die erforderliche Ausweisung der FFH-Flächen als Schutzgebiete gehe nicht voran. "Vielfach ist damit noch nicht einmal begonnen worden", sagte der Grünen-Politiker. "Managementpläne für die Gebiete, in denen klar festgelegt wird, wie die seltenen Arten und Lebensräume erhalten werden sollen, sind bisher die Ausnahme. Auch der Sander-Nachfolger Birkner lässt den Naturschutz verkümmern!"
Die Ursache dieser "schlechten Bilanz" ist nach Meinung der Grünen eine "ausschließlich an Lobbyinteressen ausgerichtete Naturschutzpolitik der Landesregierung". So sollen im neuen Landesraumordnungsprogramm über 1000 Hektar natürliche Moorflächen für die Torfwirtschaft "geopfert" werden, während andererseits selbst das Klimaschutzprogramm der Landesregierung deren Schutz als Kohlenstoffspeicher fordert.
Meyer rügte die "systematische Zerschlagung der Naturschutzfachverwaltung des Landes" durch CDU und FDP. "Auch hier entwickelt sich Niedersachsen zurück", sagte der Grünen-Politiker. Für die Schutzgebietsausweisung seien inzwischen die Landkreise zuständig, die aber vom Land, etwa bei den Ausgleichszahlungen für Nutzungseinschränkungen, systematisch an die Kette gelegt würden. Meyer: "20 Jahre FFH sind daher auch 20 Jahre verpasster Chancen für die Natur in Niedersachsen".