"Chancenspiegel" zeigt verheerende Bilanz schwarz-gelber Schulpolitik:GRÜNE zur Bertelsmann-Studie: Niedersächsisches Schulsystem verschärft soziale Ungleichheit
Als „denkbar schlechtes Zeugnis“ für die Landesregierung hat die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter die für Niedersachsen festgestellten Ergebnisse der Bertelsmann-Studie
Als "denkbar schlechtes Zeugnis" für die Landesregierung hat die schulpolitische Sprecherin der Landtagsgrünen Ina Korter die für Niedersachsen festgestellten Ergebnisse der Bertelsmann-Studie "Chancenspiegel" bezeichnet. "Die Schwarz-gelbe Landesregierung hat in den elf Jahren seit Vorstellung der ersten PISA-Studie nichts unternommen, um die Selektivität des Schulsystems in Niedersachsen abzubauen", sagte die Grünen-Politikerin heute (Montag) in Hannover. "Das niedersächsische Schulsystem verbaut Chancen."
Es sei beschämend, dass hierzulande die Aussicht auf den Besuch eines Gymnasiums für Kinder aus unteren Sozialschichten noch immer fast sechsmal geringer sei, als für Kinder aus höheren Sozialschichten. Auch die Möglichkeit auf eine höhere Schulform zu wechseln sei in Niedersachsen kaum gegeben. "Es ist nicht akzeptabel, wenn auf statistisch 12 Abstiege nur ein Aufstieg in eine höhere Schulform möglich ist", sagte Korter. In keinem anderen Bundesland kämen mit 34,8 Prozent gegenüber 41,5 Prozent im Bundesdurchschnitt so wenige Schüler mit Hauptschulabschluss in eine duale Berufsausbildung wie in Niedersachsen.
Auch die Bilanz bei der Inklusion sei blamabel, sagte die Grünen-Politikerin. In keinem Land werde ein höherer Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf auf eine Förderschule geschickt. Nur ein Prozent der Förderschüler schaffte es, in eine Regelschule aufzusteigen.
Korter forderte, die Schulen so weiterzuentwickeln, dass sie endlich mehr Verantwortung für den Bildungserfolg ihrer Schüler übernehmen. Die Grünen setzen auf längeres gemeinsames Lernen in Ganztagsschulen mit Qualität, um die Potentiale aller Kinder optimal zu fördern.