Pressemeldung Nr. 70 vom

Untersuchungen und genaue Informationen zum Gorleben-Inventar gefordert:GRÜNE zur Studie über Geburtenverhältnis in Gorleben:

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat die Berichte über ein verschobenes Verhältnis von Jungen- und Mädchengeburten im Umfeld von Atomanlagen bei Gorleben als „ernstes Indiz“ bezeichnet.

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat die Berichte über ein verschobenes Verhältnis von Jungen- und Mädchengeburten im Umfeld von Atomanlagen bei Gorleben als "ernstes Indiz" bezeichnet. Der Grünen-Politiker setzt sich dafür ein, dass auch in allen umliegenden Gemeinden inklusive der Nachbarbundesländer entsprechende Untersuchungen erfolgen. In einem Schreiben an Bundesumweltminister Röttgen forderte der Grünen-Politiker heute (Donnerstag) eine vollständige Offenlegung des radioaktiven Inventars in Gorleben.

Wenzel wies darauf hin, dass auch nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl eine entsprechende Studie für einige europäische Länder ähnliche Befunde wie im Wendland und an der Asse vermeldet habe. "Die Fallzahlen in Gorleben sind zwar klein; trotzdem dürfen sie nicht ignoriert werden." Immer wieder sei in der Vergangenheit eine Wirkung nachgewiesen worden, die durch geltende Strahlenschutzgrenzwerte nicht erklärbar sei. "Es gibt offenbar physikalische oder biologische Wirkungen, die in ihrer Dynamik bislang nicht zu verstehen sind", sagte Wenzel und erinnerte in diesem Zusammenhang an die "bislang weltweit beste Studie", die Kinderkrebsstudie KiKK.

Für die Castoren im Transportbehälterlager Gorleben fordert Wenzel eine aktuelle, vollständige und behältergenaue Aufschlüsselung mit Angaben zum hochradioaktiven Inventar. Dazu soll auch eine Auflistung der jeweiligen Nuklidvektoren, Angaben zum Neutronenspektrum, zur Menge an Kernbrennstoffen, zur Dosisleistung an der Behälteroberfläche und zu den jeweiligen Eigentümern des Mülls erstellt werden. Für das Abfalllager Gorleben, das seit 1984 schwach- und mittelradioaktiven Müll eingelagert hat, müssten  ebenfalls genaue Angaben zum radioaktiven Inventar veröffentlicht werden.

Zurück zum Pressearchiv