GRÜNES Filmplakat macht SPD-Bildungsdampfer zur Titanic - Protest gegen Rückkehr zur Auslese nach Klasse vier - für eine sechsjährige gemeinsame Schulzeit
Mit einem neuen Informationsblatt mobilisieren die Grünen gegen die geplante Schulgesetz-novelle der Landesregierung vor dem SPD-Parteitag am Wochenende. "Gabriels Schulpolitik der letzten zwei Jahre...
Mit einem neuen Informationsblatt mobilisieren die Grünen gegen die geplante Schulgesetznovelle der Landesregierung vor dem SPD-Parteitag am Wochenende. "Gabriels Schulpolitik der letzten zwei Jahre ist die Chronik einer Havarie", sagte die Fraktionsvorsitzende
Rebecca Harms bei der Vorstellung am Donnerstag in Hannover. Folgerichtig haben die Grünen den Regierungschef und seine Kultusministerin als Hauptdarsteller auf ein Filmplakat für eine "provinzielle Neufassung" des "Untergangs der Titanic" montiert.
Mit der Einrichtung von Förderstufen an den weiterführenden Schulen werde in Niedersachsen wieder die Auslese der Kinder nach Klasse vier eingeführt, kritisierte Harms. Damit würden die Forderungen der Bildungsstudie PISA nach einer möglichst langen gemeinsamen Schulzeit als Voraussetzung für Chancengleichheit und bessere Lernergebnisse ignoriert. "Der Ministerpräsident will seine Schulstrukturreform gegen alle pädagogischen Erfahrungen und Erkenntnisse durchziehen. Er hat die Sachfrage nach Alternativen zur Orientierungsstufe zur Machtfrage erklärt und fügt damit den Kindern Schaden zu", sagte die Grünen-Politikerin.
Für eine Neuorientierung in der Bildungspolitik fordern die Grünen:
 ein Bildungsjahr für Kinder zum Abschluss der Kita-Zeit, um das frühe Lernen in den Kitas zu fördern
 die Anbindung der 5. und 6. Klasse an die Grundschule, um eine möglichst lange gemeinsame Schulzeit anzubieten
 eine neue Lernkultur in den Schulen, die die Interessen und Bedürfnisse der Schüler in den Mittelpunkt stellt und
 die Stärkung der Selbstständigkeit der Schulen.
Harms wies darauf hin, dass sich Schulen und Elternräte schon seit Wochen mit Protestbriefen und Petitionen gegen die Pläne der Landesregierung an den Landtag wenden. "Wenn die Landesregierung gegen den Willen von Eltern und gegen den Rat der Bildungsfachleute ihre Schulstrukturreform durchpaukt, werden wir den Druck mit Aktionen, Massenpetitionen und Volksbegehren erhöhen. Die nächsten Gespräche für ein breites Bündnis mit den Gewerkschaften und den Bildungsverbänden sind bereits vereinbart."
Das Plakatmotiv als Druckvorlage ist als Anlage (Link) beigefügt. Das Faltblatt finden Sie unter www.gruene-niedersachsen.de (Publikationen)