Schluss mit geschönten Verkehrsprojektberechnungen :Gutachten zur Finanzierung der A 20 Elbquerung unrealistisch
Der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsgrünen Enno Hagenah hat das vom Bund in Auftrag gegebene aktuelle Gutachten zu den Kosten des Elbtunnels im Zuge der geplan-ten Küstenautobahn A 20 als „unrealistisch und unglaubwürdig“ bezeichnet.
Der verkehrspolitische Sprecher der Landtagsgrünen Enno Hagenah hat das vom Bund in Auftrag gegebene aktuelle Gutachten zu den Kosten des Elbtunnels im Zuge der geplanten Küstenautobahn A 20 als "unrealistisch und unglaubwürdig" bezeichnet. "Vergleicht man die im Gutachten zugrunde gelegten reinen Baukosten von 1,1 Mrd. Euro für den geplanten A 20 Tunnel als Referenz mit den Kosten der vierten Elbröhre in Hamburg, dann behaupten die Gutachter für die A 20 mit weniger als 25 Prozent der Kosten pro Tunnelkilometer auszukommen. Der Bund muss endlich Schluss machen mit geschönten Kostenschätzungen, um strittige Verkehrsprojekte mehrheitsfähig zu machen", sagte der Grünen-Politiker heute (Freitag) in Hannover.
Wieder sei offenbar das gewünschte Ergebnis politisch vorgegeben worden und dann so lange auf dem Papier theoretisch eingespart worden, bis man die Vorgabe erreicht habe.
"Dieser, in der Vergangenheit bei Großprojekten oft angewandte politische Trick sollte nach Stuttgart 21 endgültig der Vergangenheit angehören. Die Steuerzahler und auch die Abgeordneten in den Parlamenten wollen sich nicht mehr mit geschönten Kostenschätzungen einseifen lassen", sagte Hagenah.
Der Grünen-Politiker forderte von der Bundes- und Landesregierung eine Offenlegung der im Gutachten vorgenommenen Berechnungen. Nur so könnten eine fachliche Bewertung ermöglicht und die für den A 20 Tunnel prognostizierten Kosten mit aktuellen Referenzprojekten, die über einen ähnlichen Standard und ähnliche Voraussetzungen im Untergrund verfügen, verglichen werden.