Pressemeldung Nr. 2121 vom

"Gymnasium ist keine Förderkompanie" - Grüne wollen Aufklärung über Filzvorwürfe gegen SPD

Nach einem Bericht der "Nordwest Zeitung" über neue Filz-Vorwürfe gegen den Braunschweiger SPD-Bezirksvorsitzenden Gerhard Glogowski wollen die Grünen im Landtag Aufklärung. "Wenn sich bestätigt, dass...

Nach einem Bericht der "Nordwest Zeitung" über neue Filz-Vorwürfe gegen den Braunschweiger SPD-Bezirksvorsitzenden Gerhard Glogowski wollen die Grünen im Landtag Aufklärung. "Wenn sich bestätigt, dass man über SPD-Kontakte Vereinstrainer vom Land anstellen lassen kann, fände dies Interessenten sicher auch außerhalb Braunschweigs", erklärte der Grünen-Abgeordnete Michel Golibrzuch am Freitag in Hannover.
Ausweislich des Zeitungsberichts hat das Kultusministerium einen Hockey-Trainer des Sportvereins Eintracht Braunschweig beruflich abgesichert. Gegen das Votum der zuständigen Bezirksregierung habe der Trainer im August 2001 eine Anstellung als Sportlehrer am örtlichen Wilhelm-Gymnasium erhalten. Vorausgegangen war eine entsprechende Bitte des SPD-Politikers und Eintracht-Präsidenten Gerhard Glogowski an Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper. Danach ging es ausdrücklich darum, die "Trainerqualität" des Bewerbers für die Hockey-Damen von Eintracht Braunschweig zu "aktivieren"; die Voraussetzungen für eine Übernahme in den Schuldienst hätten zunächst nicht vorgelegen. Mit Hilfe einer parlamentarischen Anfrage will Golibrzuch jetzt Einzelheiten in Erfahrung bringen.
Wie der Grünen-Politiker betont, gehe es ausdrücklich nicht darum, fachlich versierten Quereinsteigern eine Übernahme in den Schuldienst zu verweigern. Im vorliegenden Fall habe aber offensichtlich zunächst kein den zuständigen Schulbehörden bekannter Bedarf bestanden. Golibrzuch: "Wir bewundern die Leistungen der Braunschweiger Hockey-Damen, aber das Kollegium eines Gymnasiums ist keine Förderkompanie." Die Bezahlung eines Trainers sei Sache des Vereins, der zu diesem Zweck Sponsoren einwerben könne. Das Land Niedersachsen müsse sich gerecht verhalten auch gegenüber anderen Vereinen. Golibrzuch: "Sonst müssten auch Wasserballer in Hannover, Basketballspieler in Oldenburg oder Handballspieler in Wilhelmshaven mit oder ohne Trainer in den Schuldienst übernommen werden." mg

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