Hafenschlick oft stark belastet - Grüne fordern: Vor Verklappung in der Weser genau prüfen
Bevor über Verklappung von Schlick aus dem Achimer Sportboothafen entschieden werden könne, müsse dessen Schadstoffbelastung genau geprüft werden, fordert Ina Korter, stellvertretende Vorsitzende der...
Bevor über Verklappung von Schlick aus dem Achimer Sportboothafen entschieden werden könne, müsse dessen Schadstoffbelastung genau geprüft werden, fordert Ina Korter, stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion.
Hafenschlick sei vielfach stark mit Schadstoffen belastet. Besonders problematisch sei die Belastung mit Tributylzinn (TBT) aus Schiffsanstrichen, so Korter. "TBT ist zwar als Anstrich von Sportbooten sei 11 Jahren verboten. Das niedersächsische Umweltministerium weist jedoch darauf hin, dass dieses Gift nach wie vor in hohen bis sehr hohen Konzentrationen im Sediment einiger Sportboothäfen vorkommt", erklärte die Grünen-Politikerin. Bei der Ablagerung in der Weser könnten diese Schadstoffe gelöst werden und das Gewässer erheblich belasten.
Bei der Definition von Grenzwerten kommt es nach Auskunft der Grünen sehr auf die Feinheiten an: Es gebe zwar eine Handlungsanweisung zum Umgang mit Baggergut von der Bundesanstalt für Gewässerkunde. Diese gelte aber nur für Hoheitsgewässer des Bundes und Bundeswasserstraßen. In dieser Handlungsanweisung seien drei Richtwerte vorgegeben, von denen lediglich der untere Richtwert für die Verklappung unproblematische Schadstoffkonzentrationen anzeige, erklärte Ina Korter.
Die Grünen fordern daher, bei der Entscheidung über Schlickverklappung in der Weser die Handlungsanweisung der Bundesanstalt für Gewässerkunde und die TBT-Richtwerte des "Bund-Länder Arbeitskreis Baggergut" streng zu beachten.
"Wenn der Achimer Hafenschlick die unteren Richtwerte nicht überschreitet, dürfte eine Verklappung vor Harriersand zumindest aus Gründen der Schadstoffbelastung unproblematisch sein. Wenn diese Werte jedoch nicht eingehalten werden, sollte der Schlick auch nicht in der Weser versenkt werden", meint Ina Korter.