Mindestens 650 Stellen fehlen:Heister-Neumann lenkt mit falschen Zahlen von fehlendem Konzept zur Unterrichtsversorgung ab
Die Landtagsgrünen haben Kultusministerin Heister-Neumann vorgeworfen, mit einem Zahlenverwirrspiel von ihrer Konzeptionslosigkeit bei der Sicherstellung der Unterrichtsversorgung ablenken zu wollen.
Die Landtagsgrünen haben Kultusministerin Heister-Neumann vorgeworfen, mit einem Zahlenverwirrspiel von ihrer Konzeptionslosigkeit bei der Sicherstellung der Unterrichtsversorgung ablenken zu wollen. "Durch das Auslaufen der Lehrerarbeitszeitkonten werden zum kommenden Schuljahr in den niedersächsischen Schulen insgesamt mindestens 650 Lehrerstellen fehlen", sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Mittwoch (heute) in Hannover.
Ministerin Heister-Neumann spreche nur von 250 fehlenden Stellen. Diese Zahl beziehe sich aber lediglich auf die Fehlstunden, die durch den Ausgleich der geleisteten Mehrarbeitsstunden ab dem Sommer entstehen. "Weitere 409 Stellen werden zusätzlich dadurch fehlen, dass die Regelung zur Mehrarbeit der Lehrerinnen und Lehrer mit dem kommenden Schuljahr ausläuft und die Lehrer zu ihrer regulären Wochenarbeitszeit zurückkehren", sagte die Grünen-Politikerin.
Für die insgesamt 650 fehlenden Stellen sei im Kultusetat kein Ausgleich vorgesehen. Noch im Mai habe die Ministerin erklärt, dass sie sich zum kommenden Schuljahr um wenigstens 250 zusätzliche Stellen bemühen werde. Nicht einmal diese habe sie dem Landtag zusagen können. "Offensichtlich will der Finanzminister die Kultusministerin auch mit diesem bescheidenen Wunsch eiskalt auflaufen lassen", sagte Korter.
Zum Schuljahr 2009/2010 würden die Probleme durch das Ende des Arbeitszeitkontos noch weit größer werden, so die grüne Schulexpertin. Dann würden mindestens 1.200 weitere Stellen fehlen. Die Einlösung der Wahlversprechen, die Klassen wieder zu verkleinern und mehr individuelle Förderung zu ermöglichen, rücke damit in immer weitere Ferne.