Pressemeldung Nr. 97 vom

GRÜNE kritisieren taktische Rücksichtnahme des Landwirtschaftministers für Käfiglobby:Illegaler Nikotineinsatz in der Legehennenhaltung

Anlässlich des neuen Eierskandals in Betrieben der Deutschen Frühstücksei GmbH werfen Bündnis 90/Die Grünen  im Landtag dem Landwirtschaftsministerium zu spätes Handeln vor. Offiziell spreche das Ministerium von 60 000 Eiern, die wegen Nikotinbelastung zurückgezogen worden seien. Jetzt seien 18 Eierfarmen gesperrt worden.

"Wir bezweifeln, dass nur 60.000 Eier belastet waren. Bei der gesamten Zahl der gesperrten Legefarmen müsste man eher von vier Millionen Hühnern ausgehen und damit von vier Millionen Eiern pro Tag, " sagte die umweltpolitische Sprecherin Dorothea Steiner.

Es sei auch unwahrscheinlich, dass die Nikotinbelastung der Eier - wie von der Deutschen Frühstücksei GmbH angegeben – durch Sabotageakte eines Reinigungsunternehmens erfolgte. Nahe liegend sei vielmehr, dass es sich um einen illegalen Einsatz von Nikotinsulfat zur Bekämpfung von Schädlingen gehandelt habe. "Wir kennen das, auch das Ministerium kennt das, seit den Zeiten von Hühnerbaron Anton Pohlmann", stellt Steiner fest. Pohlmann wurde vor genau 10 Jahren unter anderem wegen illegalen Einsatzes von Nikotin zur Schädlingsbekämpfung mit Berufsverbot und Gefängnisstrafe auf Bewährung belegt.

"Wir fragen uns, wie viel nikotinbelastete Eier sind in den letzten Monaten schon an die Verbraucher gelangt? Wir verlangen, dass das Verbraucherschutzministerium die Belastungen zurückverfolgt und die Sache vorbehaltlos aufklärt, " so Steiner.

Da diese Art von illegalen Nikotineinsätzen immer nur im Zusammenhang mit der Haltung von Legehennen in Käfigen aufträte, gäbe es für die Leisetreterei des Ministeriums eine plausible Erklärung: Am 7.4.06 soll im Bundesrat unter Federführung der niedersächsischen Landesregierung das nach geltender Rechtslage ab1.1.2007 in Kraft tretende Verbot der Käfighaltung gekippt werden.

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