Industrielle Stallanlage im Biosphärenreservat verhindern - Invasion im Kuhstall zerstört bäuerliche Familienbetriebe
Die Landtagsgrünen haben die Landesregierung aufgefordert, sich für den Stopp der Planungen zum Bau einer Stallanlage in Kaarßen/Landkreis Lüneburg einzusetzen. "Der Betrieb mit agrarindustriellen Dim...
Die Landtagsgrünen haben die Landesregierung aufgefordert, sich für den Stopp der Planungen zum Bau einer Stallanlage in Kaarßen/Landkreis Lüneburg einzusetzen. "Der Betrieb mit agrarindustriellen Dimensionen will sich im Bereich des Biosphärenreservats Niedersächsische Elbtalaue ansiedeln. Das ist mit den Zielsetzungen dieses Schutzgebietes nicht vereinbar und zerstört die Struktur der bäuerlichen Milcherzeugung", sagte der agrarpolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Freitag in Hannover.
Wie jetzt bekannt geworden ist, sollen in den Stallanlagen rund 3300 Milchkühe und etwa die gleiche Zahl Jungvieh gehalten werden. Die entstehenden Güllemengen seien nur durch eine großdimensionierte Biogasanlage zu bewältigen. Diese wiederum soll zusätzlich mit 25.000 Tonnen Maissilage bestückt werden. Für den Mais müssten in großem Umfang Wiesen und Weiden zu Ackerland umgebrochen und monokulturell bepflanzt werden.
Zum Vergleich verweist der Grünen-Politiker darauf, dass in den knapp 90 Milchviehbetrieben mittlerer Größe im Landkreis Lüneburg zusammen weniger Tiere stehen, als in der jetzt in Kaarßen geplanten Anlage.
Klein: "Das ganze Projekt stinkt zum Himmel. Es ist nicht nachhaltig und widerspricht dem Anliegen des Gesetzes über das Biosphärenreservat."
Gemeinsam mit seinem Lüneburger Abgeordneten-Kollegen Andreas Meihsies will der Grünen-Politiker mit einer parlamentarischen Anfrage klären, ob und wie die Landesregierung die Pläne stoppen will.
Klein erneuerte die Forderung der Grünen, die bestehenden Grünlandbetriebe in Niedersachsen durch Weideprämien zu stärken und den anderweitigen Verbrauch der Flächen zu verhindern.