Pressemeldung Nr. 110 vom

Für Neubewertung der Einlagerungen auch Stichproben ziehen :Informationen über chemisch-toxischen Müll in der Asse dokumentieren verantwortungslose Haltung des alten Betreibers

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat gefordert, dass aus allen Atommüllkammern in der Asse Stichproben gezogen werden müssen, damit belastbare Aussagen über die Zusammensetzung der dortigen Einlagerungen getroffen werden können.

Der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel hat gefordert, dass aus allen Atommüllkammern in der Asse Stichproben gezogen werden müssen, damit belastbare Aussagen über die Zusammensetzung der dortigen Einlagerungen getroffen werden können. Die Ergebnisse dieser Stichproben müssten in die vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geplante Neubewertung des Inventars einfließen. "Wenn aus jeder Kammer zwanzig Fässer sichergestellt und in einer heißen Zelle auf Radioaktivität und chemisch-toxische Stoffe analysiert werden, gibt es gesichertere Erkenntnisse über das tatsächlich eingelagerte Material", sagte der Grünen-Politiker am Mittwoch (heute) in Hannover.

Die Aufklärung der Vorgänge in der Asse bleibe ein Puzzlespiel, sagte Wenzel. Die politische und juristische Aufarbeitung stehe nach wie vor aus. Schon jetzt sei aber klar, dass der ehemalige Betreiber, der dem Forschungsministerium unterstehe und die dem niedersächsischen Umweltminister obliegende Atom- und Bergaufsicht, "auf ganzer Linie versagt" hätten.

Bei den neu geforderten Überprüfungen müssten auch Fässer mit so genannten "verlorenen Betonabschirmungen" von der 750-Meter-Sohle geborgen werden, sagte der Grünen-Politiker. "Obwohl hier eigentlich nur schwachradioaktiver Müll liegen soll, sind dort offenbar auch ca. 12.000 Fässer mit mittelradioaktivem Müll eingelagert worden." Ob sich unter den Fässern auch solche mit Pflanzenschutzmitteln befänden, könne bei Stichproben allerdings nicht mit letzter Sicherheit festgestellt werden. Im Rahmen der Neubewertung müssten daher auch ehemalige Mitarbeiter erneut befragt werden.

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