Pressemeldung Nr. 279 vom

Integrativer Schulunterricht muss von der Ausnahme zur Regel werden

Die Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die allgemeinen Schulen soll nach dem Willen der Grünen-Landtagsfraktion erheblich ausgeweitet werden.

Die Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die allgemeinen Schulen soll nach dem Willen der Grünen-Landtagsfraktion erheblich ausgeweitet werden. Dazu sollten die Primarstufen der Förderschulen schrittweise in die Grundschulen überführt und die Integration auch in der Sekundarstufe I ausgebaut werden, erklärte die stellvertretende Vorsitzende der Landtagsgrünen Ina Korter. Einen Antrag mit diesem Ziel werden die Grünen in die kommende Plenarsitzung des Landtages einbringen.

Der pädagogische Erfolg des integrativen Schulunterrichtes sei längst erwiesen. Aber auch 20 Jahre nach Einrichtung der ersten Integrationsklasse in Niedersachsen müssten Eltern noch immer in jedem Einzelfall darum kämpfen, dass ihr Kind in eine Regelschule aufgenommen werde und noch immer blieben sie dabei allzu oft erfolglos, erklärte Korter. "Die Integration muss in den Schulen endlich von der Ausnahme zur Regel werden", forderte die grüne Schulexpertin.

Die Zahl der Integrationsklassen stagniere seit über 10 Jahren, seit der damalige Kultusminister Wernstedt ein Moratorium für den Ausbau der Integration verhängt habe. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die auf eine der jetzt Förderschule genannten Sonderschulen verwiesen werden, sei seitdem sowohl absolut als auch prozentual deutlich angestiegen. Während im vergangenen Schuljahr nur 771 Schülerinnen und Schüler in Integrationsklassen besonders gefördert wurden, besuchten 39.506 Schülerinnen und Schüler eine Förderschule. Nur 19% der Grundschulen seien am Projekt der sonderpädagogischen Grundversorgung beteiligt. In der Sekundarstufe werde diese Integration bislang nicht fortgeführt.

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