Pressemeldung Nr. 1786 vom

Islamunterricht an niedersächsischen Schulen bedarfsdeckend einführen - Grüne regen Einrichtung einer islamischen Bürgerstiftung an

Seit Jahren haben die Grünen im Niedersächsischen Landtag vergeblich gefordert, einen Studiengang Islamkunde an einer niedersächsischen Hochschule einzurichten. Silke Stokar, innenpolitische Sprecheri...

Seit Jahren haben die Grünen im Niedersächsischen Landtag vergeblich gefordert, einen Studiengang Islamkunde an einer niedersächsischen Hochschule einzurichten. Silke Stokar, innenpolitische Sprecherin der Fraktion: "Mit dem in Kraft treten des Zuwanderungsgesetzes kommt endlich Bewegung in die Umsetzung der Integration. Wir wollen uns nicht mit einigen wenigen Modellprojekten zufrieden geben, sondern so schnell wie möglich einen deutschsprachigen islamischen Religionsunterricht bedarfsdeckend anbieten.
Es ist ein Gebot der Gleichbehandlung, dass alle muslimischen Schülerinnen und Schüler zwischen Werte und Normen und Islamunterricht frei wählen können." Silke Stokar weiter: "Entscheidend ist, wer den Kindern etwas über den Islam erzählt. Die Auswahl und Ausbildung islamkundiger Lehrer wird zusätzliches Geld kosten. Dies muss bereitgestellt werden, damit aus der Ankündigung von Modellen ein verlässliches Regelangebot wird." In Deutschland und Europa müsse sich ein toleranter und liberaler Islam entwickeln. Die Einführung eines deutschsprachigen Islamunterrichts und die Entwicklung eigener Lehrinhalte sei der richtige Weg.
Da es im islamischen Gemeinwesen keine festen Gemeinden mit eingetragenen Mitgliedern gibt, regt Stokar die Einrichtung einer islamischen Bürgerstiftung mit dem Stiftungsziel an, islamische Religion und Kultur in der deutschen Gesellschaft zu fördern. Die Reform des Stiftungsrechtes gebe gerade der türkischen Erbengeneration die Möglichkeit zur aktiven Gestaltung. Sie würden von der Erbschaftsteuer befreit und könnten mit dem Stiftungskapital die Entwicklung des Islams in Deutschland positiv beeinflussen. "Eine niedersachsenweite islamische Stiftung könnte sich zum legitimierten Ansprechpartner in allen islamischen Religionsfragen entwickeln und die Macht zentralistischer islamischer Organisationen, die oft fundamentalistische religiöse Positionen vertreten und politisch von türkischen Parteien dominiert werden, zurückdrängen", so Stokar.

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