Schulbuchkosten sind auch Standortfaktor:Ist die Landesregierung bei Lernmittelfreiheit kompromissbereit?
"Unzufrieden" zeigen sich die Landtagsgrünen mit der Haltung von CDU und FDP in der Anhörung des Kultusausschusses zur "Volksinitiative für Lernmittelfreiheit und freie Schülerbeförderung" letzte Woch...
"Unzufrieden" zeigen sich die Landtagsgrünen mit der Haltung von CDU und FDP in der Anhörung des Kultusausschusses zur "Volksinitiative für Lernmittelfreiheit und freie Schülerbeförderung" letzte Woche im Landtag. "Die Uneinsichtigkeit der Landesregierung darf nicht das letzte Wort sein", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korter am Donnerstag in Hannover.
Mit einer Kleinen Anfrage möchte die Grünen-Politikerin nun in Erfahrung bringen, ob die Landesregierung bereit ist, ein neues Modell für die Lernmittelhilfe zu entwickeln, das einen Kompromiss zwischen dem Interesse des Landes an einer Haushaltskonsolidierung und dem Interesse der Eltern an einer Kostenentlastung findet. "Dabei geht es nicht nur darum, dass sich sowohl das Land als auch die Eltern an der Finanzierung der Schulbücher beteiligen. Auch der pädagogische Fortschritt bei der Entwicklung von Schulbüchern muss vorangebracht werden", sagte Korter. Die Landesregierung könne sich nicht aus der Verantwortung stehlen: Rund 160.000 Unterschriften für die Lernmittelfreiheit in Niedersachsen binnen weniger Monate seien ein klarer Beleg, dass die Eltern das neue Schulbuchmietmodell ablehnen.
Gefragt wird auch nach den aktuellen Regelungen in den 15 anderen Bundesländern und welche dieser Konzepte besonders geeignet seien, Familien bei den Kosten für die Lernmittel zu entlasten.
"Für Familien mit mehreren Kindern können die Kosten für Schulbücher schon eine Rolle spielen, wenn sie sich für einen Wohnort diesseits oder jenseits der Landesgrenze entscheiden. Wir brauchen die jungen Familien in Niedersachsen. Lernmittel sind also auch ein Standortfaktor".