Pressemeldung Nr. 111 vom

Janßen: Antibiotika raus aus den Ställen

„Antibiotika haben sich zum Schmiermittel der Massentierhaltung entwickelt. Über 1700 Tonnen wurden im vergangenen Jahr vor allem in der Schweine- und Geflügelmast verbraucht.“

Darum geht’s

Bund und Länder haben sich über eine Reform des Arzneimittelgesetzes geeinigt. Sie soll den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast deutlich reduzieren.

Das sagen die Grünen

Hans-Joachim Janßen, agrarpolitischer Sprecher

„Antibiotika haben sich zum Schmiermittel der Massentierhaltung entwickelt. Über 1700 Tonnen wurden im vergangenen Jahr vor allem in der Schweine- und Geflügelmast verbraucht.“

„Wir begrüßen die Einigung zwischen Bund und Ländern. Endlich wird systematisch erfasst, welcher Betrieb wie viel Antibiotika einsetzt. Damit haben wir die Grundlage für gezielte Maßnahmen zur Reduzierung des Einsatzes um mindestens 50 Prozent in den nächsten fünf Jahren.“

„Der Einsatz muss deutlich verringert werden, um das immer größer werdende Problem der multiresistenten Keime endlich in den Griff zu bekommen. Wir müssen uns entscheiden, ob wir mit Antibiotika Menschen heilen oder billig Fleisch produzieren wollen. Beides wird langfristig nicht gehen.“

Zum Hintergrund:

Im vergangenen Jahr wurden Absatzzahlen der Arzneimittelgroßhändler über Antibiotika bekannt, die Tiermediziner 2012 eingesetzt haben. Die Absatzmenge liegt bei jährlich rund 1700 Tonnen. Bis dahin war man von 750  bis 900 Tonnen pro Jahr ausgegangen. Studien über den Einsatz von Antibiotika bei Geflügel in Nordrhein-Westfalen sowie bei Schweinen und Geflügel in Niedersachsen haben gezeigt, dass zwischen 75 und 90 Prozent der Tiere Antibiotika verabreicht bekommen - in der Spitze acht verschiedene Präparate.

Der massenhafte Einsatz von Antibiotika ist die Brutstätte für multiresistente Keime. Diese Multiresistenzen können auch dem Menschen gefährlich werden, weil Informationen über Multiresistenzen zwischen den Bakterienstämmen ausgetauscht werden können. Landwirte gelten in Krankenhäusern deshalb grundsätzlich als Risikopatienten.

Zurück zum Pressearchiv