Pressemeldung Nr. 1825 vom

Jetzt amtlich: Bevorzugte Ordensverleihung an Männer wie zu Kaisers Zeiten - GRÜNE: Landesregierung missachtet gesellschaftliches Engagement niedersächsischer Frauen

Die "Missachtung des gesellschaftlichen Engagements niedersächsischer Frauen" haben die Landtagsgrünen der Landesregierung vorgeworfen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer nannt...

Bitte beachten Sie die Korrektur, in der Faxversion stand leider eine falsche Zahl)
Die "Missachtung des gesellschaftlichen Engagements niedersächsischer Frauen" haben die Landtagsgrünen der Landesregierung vorgeworfen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer nannte es "beschämend", dass die Staatskanzlei dem Parlamentsbeschluss zugunsten der verstärkten Auszeichnung und Ehrung von Frauen mit Orden und Landesmedaillen nicht Folge leisten wird.
Staatssekretär Schneider hatte den Fraktionen schriftlich mitgeteilt, dass die Landesregierung weiterhin alle vorliegenden und geprüften Ordensvorschläge weiterleiten wird (Zitat) "auch wenn dabei die angestrebte 50-prozentige Frauenquote nicht erreicht wird. Zur Begründung heißt es weiter (Zitat): "Das spiegelt offensichtlich die gesellschaftliche Situation vergangener Jahrzehnte wieder."

Pothmer: "Die Landesregierung stellt sich hinter die Erklärung von SPD-Minister Senff, der seinerzeit behauptete, dass sich Frauen weniger gesellschaftlich engagiert hätten als Männer. Damit ist es amtlich: Es bleibt wie zu Kaisers Zeiten bei der Praxis der bevorzugten Auszeichnung von Männern, obwohl allein von den Grünen aktuell über 50 Frauenvorschläge eingereicht wurden."
Bekannt ist, dass es weitere Vorschläge von Privatpersonen und Institutionen gibt; auch die CDU will 50 Namen von auszeichnungswürdigen Frauen vorgelegt haben.

Im Jahr 2000 gingen von 38 Verdienstorden nur 4 an Frauen, im vergangenen Jahr war das Verhältnis 29:10.
(Achtung, diese Zahl ist korrigiert, in der Faxversion wurde versehentlich 39:10 geschrieben)
Mit einem einstimmigen Landtagsbeschluss wurde die Landesregierung vor über einem Jahr beauftragt, die aus 1961 stammenden Kriterien für die Ordensverleihung dahingehend zu überarbeiten, dass auch die spezifischen Aspekte von Frauenbiographien berücksichtigt werden. Außerdem sollte mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit dafür geworben werden, dass mehr Frauen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden.
Offenbar sei nichts davon bearbeitet worden, kritisiert Grünen-Politikerin Pothmer. Zwar hätte Ministerpräsident Gabriel das Thema zur Chefsache erklärt, dann aber lediglich in mehreren Gesprächsrunden mit den Fraktionsvorsitzenden für den Abbau des "Verleihungsstaus" bei Männern geworben. "Wir stellen fest: kein Fleiß der Landesregierung und kein Preis für die Frauen."
Die Grünen bestehen auf der Umsetzung des Landtagsbeschlusses und fordern, dass in diesem Jahr mindestens 50 % der Orden an Frauen aus den vorliegenden Vorschlagslisten vergeben werden.

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