Reform der schulischen Berufsbildung gefordert:Jugendliche ohne Ausbildungsplatz nicht in Warteschleifen hängen lassen
Wir können nicht länger tatenlos zusehen, wie fast die Hälfte der Schulabgänger, nach erfolgloser Lehrstellensuche eine Warteschleife nach der anderen durchläuft, ohne damit die Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wirklich zu verbessern“, so Ina Korter.
Mit einer grundlegenden Reform der beruflichen Bildung wollen die Grünen der wachsenden Zahl junger Menschen ohne Chance auf eine Lehrstelle begegnen. Der noch vor kurzem verlängerte Ausbildungspakt mit der niedersächsischen Wirtschaft sei weitgehend gescheitert. "Appelle der Landesregierung an die Wirtschaft, endlich mehr Ausbildungsplätze zu schaffen, hat es in den letzten Jahren genug gegeben. Wir können nicht länger tatenlos zusehen, wie fast die Hälfte der Schulabgänger, nach erfolgloser Lehrstellensuche eine Warteschleife nach der anderen durchläuft, ohne damit die Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wirklich zu verbessern", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ina Korter am Dienstag in Hannover.
In einem Landtagsantrag fordern die Grünen daher neben einer verstärkten vollzeitschulischen Berufsausbildung Konzepte für die Umgestaltung der Warteschleifen zu auf die Berufsausbildung anrechenbaren Modulen. "Bundesweit werden jährlich etwa 4 Milliarden Euro in Maßnahmen gesteckt, die die Jugendlichen auf dem Weg zu einem Abschluss nicht weiterbringen. Da ist es allemal besser, dieses Geld gezielt in konkrete, von den Betrieben anerkannte berufliche Teilqualifikationen zu investieren", so Ina Korter. Die Grünen sehen darin auch eine Möglichkeit, mehr Betriebe als bisher an der Berufsausbildung zu beteiligen.
Jugendlichen mit besonderen Handicaps wollen die Grünen in so genannten Produktionsschulen eine zweite Chance geben. In dem aus Dänemark stammenden Modell werden Arbeiten und Lernen zusammengeführt und auf diese Weise Qualifikationen in arbeitsmarktnahen Produktionsbereichen vermittelt. Das sei sinnvoller, als immer neue Nachqualifizierungsprojekte, meinen die Grünen.