Pressemeldung Nr. 55 vom

Alternative gefordert: Oesterlen-Bau muss und könnte weitgehend erhalten bleiben:Jury-Entscheid im Landtagswettbewerb führt architektonisch in die Irre, wird zu teuer und missachtet Denkmalschutz

Die Grünen haben die Entscheidung der Jury für die Umgestaltung des Plenarsaals kritisiert. Der Mehrheitsentscheid sei „ein erkennbares Bemühen, architektonische Argumente für die vorher von politischer Seite erfolgte Festlegung auf den Abriss des Oesterlen-Baus“ zu finden“, so Enno Hagenah.

Die Landtagsgrünen haben die Entscheidung des Preisgerichts für den Wettbewerb um die Umgestaltung des Plenarsaals im Leineschloss kritisiert. Der Mehrheitsentscheid sei "ein erkennbares Bemühen, architektonische Argumente für die schon vorher von politischer Seite erfolgte Festlegung auf den Abriss des Oesterlen-Baus" zu finden", sagte das Jury-Mitglied Enno Hagenah am Wochenende in Hannover. Am Ende sei eine "funktional weit von den Wettbewerbszielen entfernte Architektur-Skulptur auf das Siegerpodest gehoben" worden.

"Das historische Gebäude ist viel zu gut, als dass mit der vermeintlich besseren Funktionalität eines Neubaus auf dem Platz der Göttinger Sieben der Abriss von Oesterlen begründet werden könnte", sagte der Grünen-Politiker.

Mit der Jury-Entscheidung werde nicht nur der Denkmalschutz "mit Füßen getreten". Auch die versprochene neue Transparenz und Öffnung des Parlamentes zur Stadt und zur Bevölkerung bleibe bei diesem Entwurf, in dem der Plenarsaal in einem Säulen-Tempel hinter anderen Nutzungen "versteckt" werde, "auf der Strecke", sagte Hagenah.

Nun müsse die sich in den vergangenen Monaten so engagiert für den Erhalt des Oesterlen-Baus werbende Öffentlichkeit weiter zu Wort melden, um den konkreter werdenden Abrissplänen entgegen zu treten. "Die Jury selbst hat mit dem zweiten Preis einen Vorschlag gewürdigt, der sehr viel von der Idee Oesterlens bestehen lässt", sagte Hagenah.

"Noch besser und kostengünstiger" wäre es, wenn die Baukommission bei ihrer Schlussentscheidung in vier Wochen den immer noch möglichen Schritt ginge und auf den Siegerentwurf des Bestandsentwicklungswettbewerbs von 2002 umschwenke.

"Die Jury hat gesprochen – aber die Entscheidung ist noch nicht gefallen. Noch ist Zeit, dass die Abrissbefürworter in den Reihen von CDU, SPD und FDP zur Vernunft kommen!"

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