Kein Zurück zur Käfighaltung - Studie der Tierärztlichen Hochschule "durchsichtige Auftragsarbeit"
Die Initiative von Landwirtschaftsminister Ehlen, das ab 2007 geltende Verbot der Käfighaltung wieder aus der Legehennenverordnung zu streichen, stößt auf massiven Widerstand der Landtagsgrünen. "Es g...
Die Initiative von Landwirtschaftsminister Ehlen, das ab 2007 geltende Verbot der Käfighaltung wieder aus der Legehennenverordnung zu streichen, stößt auf massiven Widerstand der Landtagsgrünen. "Es gibt kein Zurück zur Käfighaltung! Statt die Schlachten von gestern zu schlagen, sollte Minister Ehlen besser die Übergangsfrist nutzen und die rechtzeitige Umstellung der niedersächsischen Geflügelwirtschaft auf die neuen Bestimmungen organisieren," sagte der agrarpolitische Sprecher Hans-Jürgen Klein am Dienstag in Hannover.
Das Bundesverfassungsgericht habe den Käfig als nicht tierschutzgerecht verworfen und die Bedingungen einer artgerechten Haltung definiert. Diese ließen sich auch mit Kleingruppenkäfigen nicht vollständig realisieren. Dem entsprechend gäbe es auch keine Mehrheit im Bundesrat für die Beibehaltung der Käfige. "Käfig bleibt eben Käfig", meinen die Grünen und verweisen darauf, dass auch eine Mehrheit der Verbraucher künftig auf Käfigeier verzichten will. "Hier soll mal wieder am Markt und am Verbraucherwillen vorbei das Geschäft der Geflügelindustrie und der Käfigbauer betrieben werden," wirft Klein dem niedersächsischen Landwirtschaftsminister vor.
Eine im Auftrag des Landes erarbeitete Studie der Tierärztlichen Hochschule Hannover bezeichnet Klein als "durchschaubare Auftragsarbeit". "Niemand hält die Massenproduktion von Geflügelprodukten für erstrebenswert. Deshalb ist es auch unzulässig und ein Taschenspielertrick, die Schwierigkeiten einer unstrukturierten Massenfreilandhaltung mit Zehntausenden von Hühnern zum Vergleich heranzuziehen," so der grüne Agrarexperte. Statt eine Technik zu untersuchen, die künftig verboten sein wird, sollten die Wissenschaftler Lösungen und Optimierungsstrategien für die durchaus bekannten, aber auch lösbaren Probleme der Boden- und Freilandhaltung erarbeiten. Auch ein Wechsel der züchterischen Kriterien von der bisherigen Käfigkreatur zur robusten Boden- und Freilandhenne biete noch Entwicklungsmöglichkeiten.