"Keine FH-Neugründung in Goslar zu Lasten bestehender Standorte" - Grüne fordern nachvollziehbare Hochschulplanung des Landes ein
Auch nach dem Besuch von Ministerpräsident Gabriel an der Fachhochschule sehen die Grünen im Landtag weiteren Gesprächsbedarf über die Zukunft der Biotechnologie in Emden. "Wenn in Goslar tatsächlich...
Auch nach dem Besuch von Ministerpräsident Gabriel an der Fachhochschule sehen die Grünen im Landtag weiteren Gesprächsbedarf über die Zukunft der Biotechnologie in Emden. "Wenn in Goslar tatsächlich ein neuer FH-Standort eingerichtet wird, sollte der dortige Studiengang andere Schwerpunkte aufweisen als in Emden", erklärte der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion Michel Golibrzuch (Esens) am Wochenende in Hannover.
Der Grünen-Politiker betont, dass seine Fraktion um die schwierige wirtschaftliche Lage der Harz-Region wisse. Um dem dramatischen Bevölkerungsverlust dort entgegenzuwirken, könnten auch neue Studienangebote von Bedeutung sein. Allerdings dürfe dies nicht zu Lasten bestehender Einrichtungen gehen. Golibrzuch: "Dies gilt für Emden genauso wie für die Technische Universität in Clausthal-Zellerfeld."
Aus Sicht des Grünen-Abgeordneten erfüllen die FH-Standorte in Emden und Wilhelmshaven mit ihren Angeboten in der Biotechnologie und in der Tourismuswirtschaft exakt die Vorgaben der Landesregierung. Wiederholt habe Wissenschaftsminister Oppermann die Hochschule aufgefordert, ein "unverwechselbares Standortprofil" zu entwickeln, um sich von der Konkurrenz in Ballungsräumen abzuheben. Dabei spiele eine Rolle, dass aufgrund der geografischen Randlage von Emden und Wilhelmshaven gerade die technischen Studiengänge eine Art "Überlauffunktion" hätten. Golibrzuch: "Studierende melden sich häufig erst dann dort an, wenn sie für den gleichen Studiengang andernorts keinen Platz finden."
Hochschulstandorte in oder in der Nähe von Ballungsräumen würden dabei als attraktiver gelten, weil sie den jungen Leuten ein vor allem wirtschaftlich interessanteres Umfeld bieten könnten. Für den Grünen-Politiker ist es deshalb eine "verständliche Empörung" der Professoren in Emden oder Wilhelmshaven, wenn von ihnen entwickelte Studiengänge von anderen Fachhochschulen schlicht kopiert würden und das Wissenschaftsministerium dies kommentarlos genehmige. Golibrzuch: "Die Landesregierung muss sich langsam mal entscheiden, ob die Hochschulplanung für sie noch eine Rolle spielt, oder ob sie die Standorte in einen ungeschützten Wettbewerb entlassen will."