Pressemeldung Nr. 173 vom

Landesregierung zieht sich beim Mittagstisch aus der Verantwortung:Keine wirkliche Entlastung für Schüler im Turbo-Gymnasium

Den betroffenen Schülerinnen und Schülern bietet Kultusministerin Heister-Neumann so gut wie keine Entlastung. „Offenbar hat die Ministerin noch immer nicht begriffen, was in den Gymnasien los ist“, so Ina Korter.

Als "äußerst enttäuschend" hat die schulpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Ina Korter, die Resultate des Runden Tisches zum Turbo-Gymnasium bezeichnet. Den heute betroffenen Schülerinnen und Schülern biete Kultusministerin Heister-Neumann so gut wie keine Entlastung. "Offenbar hat die Ministerin noch immer nicht begriffen, was in den Gymnasien los ist", so Korter.

Als unverantwortlich bezeichnete Korter die Weigerung von Heister-Neumann, die Klassenfrequenzen im Gymnasium wieder deutlich abzusenken. "Die Schülerinnen und Schüler müssen heute das Gymnasium nicht nur in kürzerer Zeit, sondern auch unter erheblich schlechteren Lernbedingungen absolvieren", kritisierte Korter. Vor allem müssen die heutigen 9. Klassen beim Eintritt in die Einführungsphase der Oberstufe zum kommenden Schuljahr deutlich verkleinert werden.

Unverständlich sei, dass die Landesregierung die Schülerinnen und Schüler auch bei den Hausaufgaben nicht entlasten will. "Selbst die CDU-regierten Länder Bayern und Hessen haben inzwischen Regelungen eingeführt, dass an Tagen mit Nachmittagsunterricht zum nächsten Tag keine Hausaufgaben aufgegeben werden dürfen. Spätestens um 16 Uhr müssen die Schüler wirklich frei haben", sagte Korter.

Die Verantwortung für die Bereitstellung eines warmen Mittagessens schiebe die Landesregierung vollständig auf die Kommunen ab. "Die Landesregierung hat die Schulen gezwungen, den Unterricht bis in den Nachmittag zu verlängern. Dann ist sie auch in der Pflicht, für die notwendige Ausstattung zu sorgen", so Korter. Die Grüne Schulexpertin forderte, die Gymnasien zu echten Ganztagsschulen auszubauen und ihnen dafür ausreichende Personalmittel zu geben. "Was die Kultusministerin heute als Ganztags-Gymnasium verkauft, ist schlicht eine Mogelpackung", sagte Korter

Korter forderte erneut, den Schulen mehr Flexibilität bei der Schulzeit bis zum Abitur einzuräumen. "Die eigenverantwortlichen Schulen müssen selbst entscheiden können, ob sie das Abitur nach 12 oder nach 13 Jahren ablegen lassen. Am besten sind Lösungen, bei denen die Schüler je nach ihrem individuellen Lerntempo unterschiedliche Zeit bis zum Abitur bekommen", sagte Korter.

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