Kieler Erklärung für eine neue Schule: Durch individuelle Förderung mehr Leistung

Die Vorsitzenden aller Grünen Landtagsfraktionen haben sich heute auf die "Kieler Erklärung", ein gemeinsames Bildungspapier geeinigt. Dazu erklären die Fraktionsvorsitzende im deutschen Bundestag, Kr...

Die Vorsitzenden aller Grünen Landtagsfraktionen haben sich heute auf die "Kieler Erklärung", ein gemeinsames Bildungspapier geeinigt. Dazu erklären die Fraktionsvorsitzende im deutschen Bundestag, Krista Sager, die Fraktionsvorsitzende der GAL Hamburg, Christa Goetsch, der Bundesvorsitzende Reinhard Bütikofer und der Fraktionsvorsitzende im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Karl-Martin Hentschel:
Damit sind wir die erste Partei, in der sich alle Bundesländer auf eine gemeinsame bildungspolitische Position geeinigt haben und damit die Bildungsreform wesentlich voran bringen. Unser Ziel ist eine Schule nach skandinavischem Vorbild. Wir wollen ein neues Bildungssystem, in dem alle Kinder, wie in allen erfolgreichen PISA-Ländern, länger eine gemeinsame Schule besuchen und individuell gefördert und gefordert werden.
Die Wahl in Schleswig-Holstein hat für diese Frage eine große Bedeutung. In Schleswig-Holstein wird entschieden, ob Deutschland die ersten Schritte hin zu einer modernen neuen Schule geht oder ob die konservativen Kräfte die Schulreform ausbremsen und alles beim Alten bleibt.
Es ist ein Stück lebendige Demokratie, dass die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein über die Zukunft der Bildung entscheiden können.
Eine solche Umstellung des Schulwesens ist aber kein Selbstzweck. Die Grünen Fraktionsvorsitzenden haben sich deshalb auf folgende Schwerpunkte geeinigt, die für uns im Vordergrund stehen sollen:
1. Gemeinsamer Unterricht bedeutet eine Schule, in der alle Kinder individuell gefördert werden. Eine Einheitsschule lehnen wir ab. Es müssen Bedingungen geschaffen werden, das heißt auch die materiellen und personellen Ressourcen, die eine individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes ermöglicht. Die LehrerInnen sollen durch SchulassistentInnen bei ihrer Arbeit unterstützt werden.
2. Wir wollen einen Wechsel des Schulsystems, weil andere Länder gezeigt haben, dass durch individuelle Förderung mehr Leistung erzielt, mehr Kinder zum Abitur geführt und so mehr soziale Gerechtigkeit erreicht werden. Kinder sollen getestet werden, um sie besser fördern zu können und nicht, um sie zu sortieren. Bei aller Leistungsorientierung darf aber die Freude am Lernen nicht verloren gehen. Am besten lernt man, wenn man sich anstrengt und Freude dabei hat.
3. Das dritte Ziel ist die Selbstständigkeit der Schulen - in organisatorischen, pädagogischen und personellen Fragen. Selbstständige Schulen, in denen alle wichtigen Fragen vor Ort entschieden werden, brauchen aber auch eine kontinuierliche Evaluation, die die Lernfortschritte an der Schule misst und an die Schule zurück meldet.
(Die Kieler Erklärung ist als Anlage/Link beigefügt. Ein Pressefoto finden Sie unter www.gruene-niedersachsen.de/download/9-macht-klug.jpg )

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