Kontrolle der KZVN beim Betrug mit falschen Zähnen versagt - Kritik an der Rechtsaufsicht des Ministeriums
Im Zusammenhang mit dem Millionenbetrug mit Zahnersatz aus Fernost haben die Landtagsgrünen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN) Versagen vorgeworfen. "Die Prüfpflicht als zentral...
Im Zusammenhang mit dem Millionenbetrug mit Zahnersatz aus Fernost haben die Landtagsgrünen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN) Versagen vorgeworfen. "Die Prüfpflicht als zentrale Aufgabe der KZVN wurde offensichtlich vernachlässigt", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer am Donnerstag in Hanno-ver. Der Verdacht, dass die "Gaunereien mit falschen Zähnen" schon länger andauerten und vermutlich noch ein weit größeres Ausmaß haben als bisher bekannt, ließe schwere Mängel erahnen. "Wir müssen bezweifeln, dass die KZVN in ihrer derzeitigen Verfassung in der Lage ist, ihre Aufgaben verantwortungsbewusst wahrzunehmen", sagte die Grünen-Politikerin.
Auch die Rechtsaufsicht des Sozialministeriums habe versagt. Pothmer: "Die Landesregierung muss jetzt umgehend dafür Sorge tragen, dass Betrügereien unterbunden werden. Patienten, aber auch die korrekt arbeitenden Zahnärzte sind über die Abrechnungen und die daraus resulitierenden Honorarverluste direkt geschädigt worden. Wir erwarten eine schnelle Überprüfung und harte Konsequenzen für die Betrüger."
Von der KZVN erwartet Pothmer die Einrichtung einer eigenen Task-Force, um den "schwarzen Schafen" unter den Zahnärzten das Handwerk zu legen. Die Ermittlungsgruppen der Krankenkassen seien von der KZVN als Misstrauenskultur abgelehnt worden. "Wir sehen jetzt, dass die Ermittler dringend benötigt werden. Die KZVN muss sich aktiv an der Aufklärungsarbeit beteiligen."