Pressemeldung Nr. 275 vom

Konzept zur technischen Sicherung der Transrapid-Strecke ignoriert? - Verkehrsminister in Niedersachsen und Bayern widersprechen sich

„Wenn der bayrische Minister tatsächlich Recht behält, dann haben Betreiber und Behörde in Niedersachsen sehenden Auges Leben und Gesundheit der Fahrgäste in Lathen gefährdet“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der niedersächsischen Grünen, Enno Hagenah, am Mittwoch (heute) in München.

Als ein bewusstes Täuschungsmanöver bezeichneten die Grünen im niedersächsischen und bayrischen Landtag  während einer gemeinsamen Pressekonferenz die widersprüchlichen Aussagen der beiden Verkehrsminister Erwin Huber und Walter Hirche über die Sicherheit der geplanten Transrapid-Strecke in München. Während Huber versichert, in München sei seit 2005 ein technisches Sicherungssystem mit integrierten Werkstattwagen vorgesehen und dass damit ein Unfall wie im Emsland ausgeschlossen sei, streitet Hirche genau dies ab. "Wenn der bayrische Minister tatsächlich Recht behält, dann haben Betreiber und Behörde in Niedersachsen sehenden Auges Leben und Gesundheit der Fahrgäste in Lathen gefährdet", sagte der verkehrspolitische Sprecher der niedersächsischen Grünen, Enno Hagenah, am Mittwoch (heute) in München.

Laut DB Magnetbahn GmbH liege dem Eisenbahn-Bundesamt schon seit 2005 ein Konzept vor, dass in München auch Sonderfahrzeuge in die technische Sicherung der Anlage
integriert werden sollen. "Wenn seit einem Jahr bekannt war, wie auch das veraltete Sicherheitssystem in Lathen hätte nachgebessert werden können, dann ist unverständlich, warum Landesbehörde, TÜV und Verkehrsministerium bei der Genehmigung im vergangenen April nicht auf die Umsetzung des technisch Machbaren bestanden haben", sagte Hagenah weiter.

Dagegen behauptete Minister Hirche noch im Oktober-Plenum auf Nachfrage der Grünen, dass "auch für die Anwendungsstrecke in München [”¦] die bisherigen Planungen vor[sehen], dass ein Betrieb der Instandhaltungsfahrzeuge in genau derselben Weise wie bei der TVE [Transrapid Versuchsanlage Emsland] erfolgen darf". "Weil einen Monat nach dem Unglück noch immer die wichtigsten Fragen über die Sicherheit der Lathener Anlage ungeklärt sind, Minister Hirche, sein Ministerium, die Landesbehörde und der TÜV bislang nicht ausreichend zur Aufklärung beigetragen haben und wichtige Dokumente für Behauptungen fehlen oder unter Verschluss gehalten werden, brauchen wir dringend einen Untersuchungs-ausschuss", betonte der Grüne.
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