Pressemeldung Nr. 2579 vom

Kormoranjagd nicht zu rechtfertigen - Grüne befürchten wilde Ballerei an Teichen

Die Grünen im Landtag kritisieren die von der Landesregierung geplante Abschussregelung für Kormorane. "Wenn der Entwurf Realität wird, führt das zu einer willkürlichen Ballerei an Teichen und Tümpeln...

Die Grünen im Landtag kritisieren die von der Landesregierung geplante Abschussregelung für Kormorane. "Wenn der Entwurf Realität wird, führt das zu einer willkürlichen Ballerei an Teichen und Tümpeln", sagte die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion, Dorothea Steiner. Jeder Jäger habe eine umfangreiche Schulung hinter sich, bevor er seinen Waffenschein erhielte. Nach der geplanten Verordnung dürfe jeder Teichbesitzer mit Waffenschein oder dessen Beauftragter Kormorane abschießen, wenn er befürchte, dass diese sich an ihren Fischen vergreifen.
Die Grünen-Politikerin weist darauf hin, dass die Kormorane weiterhin durch Bundes- und Europarecht geschützt sind. Die Grünen zweifeln generell daran, dass eine Abschussregelung nötig ist und haben deshalb einen entsprechenden Antrag in den Landtag eingebracht, der nächste Woche in den Fachausschüssen beraten wird. Nach ihrer Auffassung ist die Zahl der Kormorane in Niedersachsen weitaus geringer als beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern oder in Brandenburg. Außerdem habe bereits die vorhergehende Landesregierung die Möglichkeit gegeben, unter bestimmten Umständen Kormorane zu bejagen. "Die Abschussregelung für Kormorane ist letztlich ein ungeeignetes Instrument zur Bestandsregulierung", sagte der ostfriesische Abgeordnete Janssen. Eine Umfrage des Umweltministeriums unter Behörden in ganz Deutschland im vergangenen Jahr habe keine Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die fischereiwirtschaftlichen Erträge durch Abschussregelungen wieder gestiegen seien.
"Wir sind gespannt darauf, welche Vogelart als nächstes auf der Abschussliste des Ministeriums steht. Nach den Rabenvögeln und den Kormoranen geht es möglicherweise als nächstes den Fischreihern an den Kragen, weil die ja auch mit den Fischern um die Beute konkurrieren", meinen die beiden Grünen-Politiker.

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