Kormoranverordnung schießt weit über?s Ziel hinaus - Grüne setzen sich für Schutz der Kormorane ein
Der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen kritisiert scharf die jetzt vom Landeskabinett beschlossene Verordnung zum Kormoranabschuss. Letztlich bestehe an nahezu allen Gewässern, auch an den...
Der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen kritisiert scharf die jetzt vom Landeskabinett beschlossene Verordnung zum Kormoranabschuss. Letztlich bestehe an nahezu allen Gewässern, auch an den natürlichen Gewässern, ein Fischereirecht. Mit der Verordnung werde der Kormoran praktisch flächendeckend zum Abschuss freigegeben.Der Kormoran zähle jedoch nach dem Bundesnaturschutzrecht in Verbindung mit der EU-Vogelschutzrichtlinie zu den besonders geschützten Arten.
Die Verordnung mit dem Schutz der heimischen Tierwelt zu begründen, sei nicht gerechtfertigt, so Janßen. Im Jahre 2001 gab es in Niedersachsen im Binnenland insgesamt nur 540 Brutpaare an 13 Standorten, im Jahre 2002 477 Brutpaare an 12 Brutplätzen. In Mecklenburg-Vorpommern, das immer wieder als Vergleich herhalten müsse, liege die Zahl der Brutpaare dagegen bei 10.000. Der Kormoran sei Teil des Naturhaushaltes und fresse keineswegs mit besonderer Vorliebe seltene Fischarten. Er nehme als Nahrungsoppurtunist das, was ihm vor den Schnabel komme, wie auch Studien belegten, so Janßen.
Bei einer so weit gehenden Verordnung werde riskiert, den Kormoran wieder komplett aus Niedersachsen zu vertreiben. Schließlich brüte er im Binnenland nach Einstellung der Verfolgungen erst seit 1991 wieder regelmäßig. "Wenn man etwas für den Schutz der Fische tun will, muss man davon Abstand nehmen, Fischteiche als Badewannen anzulegen, wo sie keinerlei Unterschlupfmöglichkeiten finden. Wenn den Kormoranen die Fische auf dem Tablett serviert werden, darf man sich nicht wundern, wenn sie auch zugreifen," so Janßen.