Pressemeldung Nr. 3745 vom

"Kuhhandel um Regionalproporz" bei Verlegung von Ämtern im Zuge der Verwaltungsreform - Wirtschaftlichkeit und Effizienz missachtet -Landeshauptstadt verliert über 1500 Stellen

Als "Kuhhandel um Regionalproporz" haben die Landtagsgrünen die Verlegung von Landesbehörden im Zuge der Verwaltungsreform bezeichnet. "Das Konzept der Landesregierung orientiert sich in vielen Punkte...

Als "Kuhhandel um Regionalproporz" haben die Landtagsgrünen die Verlegung von Landesbehörden im Zuge der Verwaltungsreform bezeichnet. "Das Konzept der Landesregierung orientiert sich in vielen Punkten nicht mehr vorrangig am Ziel der Verwaltungsoptimierung", sagte der hannoversche Abgeordnete Enno Hagenah am Donnerstag in Hannover.
Vielmehr sei eine "absurde Umzugskarawane" in Vorbereitung, mit der versucht werde, einzelnen Gemeinden den Ausgleich von Arbeitsplatzverlusten "zu versüßen", der durch die Auflösung von Behörden und Schließung von Hochschulstandorten droht. Die Landeshauptstadt sei dabei besonders leidtragend. Hier würden bis zu 1500 Stellen wegfallen.
Hagenah nannte als Beispiele die Landesämter für Statistik und Denkmalpflege und die
Oberfinanzdirektion, deren Zwangsverlagerung zur Abwanderung von 700 Stellen führt. "In keinem Fall ist dies fachlich zu begründen. Auch werden dadurch keine zusätzlichen Kosteneinsparungen erzielt", sagte der Grünen-Politiker. So seien beim Landesamt für Denkmalschutz hohe Ausbaukosten für den geplanten neuen Standort in Celle fällig. Sowohl für die Kunden als auch für die Beschäftigten würden die Anreisewege im Schnitt länger und teurer.
Unsinnig sei auch der geplante Umzug der über 400 Beschäftigten des Landesamtes für Statistik nach Bremen, wo bisher nur 80 Beschäftigte tätig sind. Die sinnvolle Kooperation der Statistikämter im norddeutschen Raum könne im Zeitalter der Datenautobahnen viel kostengünstiger auch durch die Beibehaltung der bisherigen Standorte vollzogen werden.
Hagenah: "Das Konzept der Landesregierung ist unausgegoren. Wirtschaftlichkeitsberechnungen und Effizienzüberlegungen sind offenbar völlig vernachlässigt worden."

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