Land muss Druck für Erhalt von GAD- Arbeitsplätzen in Lehrte verstärken - Schließung verstößt gegen Fusionsvertrag
Die Landtagsgrünen haben das "unzureichende Engagement" der Landesregierung für den Erhalt der 329 Arbeitsplätze der Gesellschaft für automatische Datenverarbeitung (GAD) in Lehrte kritisiert. Die Ges...
Die Landtagsgrünen haben das "unzureichende Engagement" der Landesregierung für den Erhalt der 329 Arbeitsplätze der Gesellschaft für automatische Datenverarbeitung (GAD) in Lehrte kritisiert. Die Gespräche zwischen Wirtschaftsministerium und Geschäftsleitung seien offenbar zu defensiv angegangen worden, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Enno Hagenah am Mittwoch in Hannover.
Der Grünen-Politiker warf den Volks- und Raiffeisenbanken, die bisher in Lehrte ihre komplette Datenverarbeitung abwickeln, vor, sich trotz wirtschaftlicher Alternativen über ihre Vertretung im Aufsichtsrat für betriebsbedingte Kündigungen und schlechteren Service entschieden zu haben. "Die Landesregierung hatte mehrere Monate Zeit, um durch Gespräche mit den Bankvorständen auf einen Erhalt der Arbeitsplätze in Niedersachsen hinzuwirken und darauf zu drängen, dass der Fusionsvertrag eingehalten wird. Darin ist die Sicherung des Standortes vereinbart. Banken leben von ihrem guten Ruf und ihrer erkennbaren Verantwortung für den Wirtschaftsstandort. Beides wird durch die Entscheidung gegen Lehrte in Frage gestellt", sagte Hagenah.
Die jetzt geplante Konzentration aller Mitarbeiter am Standort Münster bringe erwiesenermaßen keine größeren Einsparergebnisse, als das vom Betriebsrat mit den Beschäftigten entwickelte Gegenkonzept, mit dem der Standort Lehrte erhalten bliebe.
Hagenah forderte die Landesregierung auf, mehr Druck für den Standort Lehrte zu entwickeln, um noch eine Korrektur der gestrigen Entscheidung zu erwirken. Notfalls müsse das Land auch die jetzt anstehende Klage der Beschäftigten gegen die Standortschließung fachlich und finanziell unterstützen.