Ausbildung muss Chefsache werden:Landesergierung ignoriert Pflegenotstand in Niedersachsen
"Wenn sich an den aktuellen Rahmenbedingungen nicht bald etwas ändert, steuert Niedersachsen geradewegs in den Pflegekollaps", so Ursula Helmhold.
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Ursula Helmhold hat die Politik der Landesregierung im Bereich der Ausbildung von Altenpflegern als "ignorant" bezeichnet und den Fraktionen von CDU und FDP eine Blockadehaltung vorgeworfen. Wulffs aktuelle Einschätzung, dass es keinen akuten Mangel an Pflegekräften gäbe, sei falsch, sagte die Grünen-Politikerin. Seit Jahren sei der Landesregierung bekannt, dass Plätze an den Altenpflegeschulen nicht besetzt werden könnten, weil die Altenpflegeeinrichtungen nicht genügend Ausbildungsplätze bereit stellten. Dies liege, so Helmhold vor allem daran, dass CDU und FDP die Wiedereinführung der Ausbildungsumlage blockieren. Die Grünen-Politikerin forderte Wulff auf, sich endlich für die Realisierung einer solidarischen Ausbildungsumlage zur Steigerung der Ausbildungskapazitäten in der Altenpflege und für eine gerechtere Verteilung der Ausbildungskosten durch alle Pflegeinrichtungen einzusetzen. Helmhold erinnerte daran, dass die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Niedersachsen bis 2020 um bis zu 25 Prozent und bis 2050 um bis zu 80 Prozent ansteigen werde. Die Grünen-Politikerin forderte Wulff auf, "die Pflege zur Chefsache zu machen. Wenn sich an den aktuellen Rahmenbedingungen nicht bald etwas ändert, steuert Niedersachsen geradewegs in den Pflegekollaps."