Neues Landesraumordnungsprogramm ignoriert Klimaziele:„Landesregierung als Torfkopp beim Klimaschutz“
„Während im schwarz-gelben Klimaschutzprogramm der hohe Wert der Moore als CO2-Speicher betont wird, will das Agrarministerium über 1000 Hektar neue Vorrangflächen für die Moorzerstörung freigeben“, kritisierte die Miriam Staudte.
Anlässlich der heutigen (Freitag) Ausschussanhörung zum Landesraumordnungsprogramm der Landesregierung haben die Grünen ihre Forderung nach schneller Beendigung des Torfabbaus in Niedersachsen erneuert. "Während im schwarz-gelben Klimaschutzprogramm der hohe Wert der Moore als CO2-Speicher betont wird, will das Agrarministerium über 1000 Hektar neue Vorrangflächen für die Moorzerstörung freigeben", kritisierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Miriam Staudte. Die Grünen-Politikerin warf der Landesregierung vor, aus kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen die positiven Effekte des Erhalts und der Wiedervernässung der Moore zu ignorieren. "Wer sich so verhält, handelt wie ein klimapolitischer Torfkopp!".
Nach Angaben einer Regierungskommission stammen in Niedersachsen bereits 12 Prozent der Treibhausgasemissionen aus entwässerten Mooren. Das ist fast halb so viel wie aus der Industrie. 80 Prozent der deutschen Torfproduktion werden in Niedersachsen abgebaut. "Während die Landesregierung in ihrem Klimaprogramm eine ausschließliche Verwendung von torffreien Produkten fordert, lässt Ministerpräsident McAllister die Bagger anrollen. Wieder einmal bleiben die klimapolitischen Aussagen von CDU und FDP nur ein Lippenbekenntnis", sagte Staudte.
Die Grünen fordern die Beendigung des Torfeinsatzes im Gartenbau durch Förderung von Alternativen und die großflächige Unterschutzstellung von Moorflächen im Landesraumordnungsprogramm.
Bei den niedersächsischen Autobahnprojekten schließen sich die Grünen der Kritik des BUND an.