Pressemeldung Nr. 16 vom

Landesregierung hat kein Konzept gegen ErzieherInnenmangel

„Statistiker und Experten gehen davon aus, dass in Niedersachsen spätestens 2013 circa 5000 qualifizierte Arbeitskräfte im Kita-Bereich fehlen werden“, so die familienpolitische Sprecherin Miriam Staudte.

Die Landtagsgrünen haben der Landesregierung vorgeworfen, "kein Konzept und keine Idee" zu haben, um dem drohenden Mangel an Erzieherinnen und Erziehern zu begegnen. "Statistiker und Experten gehen davon aus, dass in Niedersachsen spätestens 2013 circa 5000 qualifizierte Arbeitskräfte im Kita-Bereich fehlen werden", sagte die familienpolitische Sprecherin Miriam Staudte am Donnerstag (heute) in Hannover. Aus der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Politikerin geht hervor, dass einem jährlichen Einstellungsbedarf von 1800 Erzieherinnen in Niedersachsen nur 1650 Absolventinnen gegenüberstehen.

Die Landesregierung verlasse sich darauf, dass alle Absolventen und Absolventinnen tatsächlich direkt nach ihrer Ausbildung in den Beruf einsteigen, wohingegen das deutsche Jugendinstitut vielmehr von einer Berufseinmündung von nur 65% eines Jahrgangs ausgeht, kritisierte Staudte. "Diese Milchmädchenrechnung der Kultusministerin wird uns in einigen Jahren echte Probleme schaffen".

Unverantwortlich ist nach Ansicht der Grünen-Politikerin der Verweis des Kultusministeriums auf das Kita-Gesetz, nach dem im Falle des Mangels, geringer Qualifizierte als Zweitkräfte eingestellt werden dürfen. "Der Rest der Republik fordert, dass Erzieherinnen künftig Hochschulabschlüsse haben sollen, nur die niedersächsische Landesregierung betreibt eine kalkulierte Entprofessionalisierung."

Über den Ausbau der Ausbildungskapazitäten hinaus seien Landesprogramme gefordert, die es Wiedereinsteigerinnen und –einsteigern und Sozialassistenten ermöglichen, sich fortzubilden und weiterzuqualifizieren. Staudte: "Und wir brauchen eine bessere Bezahlung im Elementarbereich, wenn der Beruf des Erziehers und der Erzieherin attraktiver werden soll."

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