Umweltverträglichkeitsprüfungen für Fracing-Förderverfahren zwingend vorschreiben:Landesregierung hat Unfall bei Gasförderung verschwiegen – Quecksilber im Grundwasser bei Söhlingen?
Im Zusammenhang mit aktuellen Nachrichten über mit Quecksilber verseuchtes Grundwasser im Landkreis Rotenburg hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel der Landesregierung vorgeworfen, Parlament und Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert zu haben.
Im Zusammenhang mit aktuellen Nachrichten über mit Quecksilber verseuchtes Grundwasser im Landkreis Rotenburg hat der Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Stefan Wenzel der Landesregierung vorgeworfen, Parlament und Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert zu haben. In der im November letzten Jahres erfolgten Unterrichtung des Umweltausschusses des Landtages über die Förderung von Gas sei verschwiegen worden, dass bereits seit den neunziger Jahren umfangreiche Versuche mit dem sogenannten Fracing-Verfahren im Gasfeld Söhlingen durchgeführt worden seien. Auch werde – anders als bisher behauptet – aus den Bohrungen Söhlingen Z 10 und Z 13 bis Z 17 ab 1995 Erdgas mit der so genannten Fracing-Technik gefördert. Es sei unglaubwürdig, wenn die Bergbehörde jetzt erkläre, bei dem in Presseberichten benannten Unfall im Jahr 2007 habe lediglich Lagerwasser aus undichten Rohrleitungen das Erdreich verseucht. Der Grünen-Politiker forderte eine Offenlegung aller Daten zu den Fracing-Versuchen in Söhlingen und im übrigen Niedersachsen.
Bohrungen bei denen Hochrisikotechnologie eingesetzt werde, dürften nicht weiter ohne Umweltverträglichkeitsprüfung und ohne Öffentlichkeitsbeteiligung vom Landesamt für Geologie, Energie und Bergbau (LBEG) genehmigt werden, forderte Wenzel am Montag (heute) in Hannover.
"Die Bergbehörde als Genehmigungsinstanz und der Gasförderer Exxon-Mobil müssen nachweisen, wo die Fracing-Flüssigkeiten, die offenbar seit Mitte der neunziger Jahre in niedersächsischen Erdgasförderstätten verpresst wurden, im Untergrund geblieben sind", sagte der Grünen-Politiker am Montag (heute) in Hannover. Entgegen den Beteuerungen von Betreibern und Behörden sei es nicht auszuschließen, dass die von der Erdgasindustrie eingesetzten giftigen Flüssigkeiten ins Grundwasser gelangen und das Trinkwasser verseuchen.
(Hinweis: Das Fracing-Verfahren wird eingesetzt, um in großer Tiefe mit hohem Wasserdruck und unter Zugabe von zum Teil gefährlichen Chemikalien Gesteinsformationen aufzubrechen und Erdgas herauszulösen.)