Pressemeldung Nr. 3798 vom

Landesregierung plant Hochschulzugangsmaut - Studierwillige sollen zur Kasse gebeten werden

Nach Angaben der Landtagsgrünen plant die niedersächsische Landesregierung die Einführung einer "Hochschulzugangsmaut". Demnach sollen ab dem Wintersemester 2005 für Auswahlverfahren in zulassungsbesc...

Nach Angaben der Landtagsgrünen plant die niedersächsische Landesregierung die Einführung einer "Hochschulzugangsmaut". Demnach sollen ab dem Wintersemester 2005 für Auswahlverfahren in zulassungsbeschränkten Studiengängen Gebühren erhoben werden. "Jetzt sollen Studierwillige bevor sie überhaupt einen Studienplatz haben schon zur Kasse gebeten werden", sagte heute (Freitag) die hochschulpolitische Sprecherin Gabriele Heinen-Kljajic. "Die Eintrittsgebühr zum Studiertest gehört sofort wieder vom Tisch."
Hintergrund der geplanten Gebührenerhebung ist die Neuordnung der Hochschulzulassung in Niedersachsen. Die Hochschulen müssen dann ihre Studierenden in den betroffenen Studiengängen in aufwändigen Verfahren auswählen. Damit soll gewährleistet werden, dass zukünftig Studierende und Studienangebot besser zusammen passen und die Abbrecherquoten sinken. Nach den Plänen der Landesregierung soll die Gebühr kostendeckend sein. Je nach Aufwand und Anzahl der Studienplätze muss mit Kosten in erheblicher Höhe und mit großer Spannbreite gerechnet werden. "Im Resultat bedeutet das, dass der finanzielle Hintergrund die Studienwahl bestimmt und nicht die Eignung – die Absicht des Gesetzes wird damit vollkommen konterkariert", erklärte die grüne Hochschulexpertin.
Grundsätzlich spreche sie sich für Auswahlverfahren aus, so Heinen-Kljajic, doch könne das Ministerium nicht immer höhere Anforderungen an die Hochschulen formulieren, ohne für die Finanzierung zu sorgen. Die Grünen-Abgeordnete verwies darauf, dass die zur Gegenfinanzierung im Gesetzentwurf ebenfalls genannten Langzeitstudiengebühren "schon von Finanzminister Möllring einkassiert worden sind". Auch langfristig auflaufende Einsparungen aus verringerten Beratungs- und Betreuungsleistungen seien ein ungedeckter Wechsel auf die Zukunft. "Die Hochschulen werden zur Gebührenerhebung gezwungen sein, wenn sie wie im Fall der Langzeitstudiengebühren nicht nur draufzahlen wollen", so Heinen-Kljajic. "Die Hochschulzugangsmaut ist das absolut falsche Signal, wenn die Zahl der Studienanfänger gesteigert werden soll. Wenn Minister Stratmann mehr will, muss er mehr geben."

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