Mehr Auswahl für Hochschulen bald Recht aber nicht billig - Zeit- und kostenintensive Verfahren
Die heutige Kabinettsentscheidung, das Auswahlrecht der Hochschulen zu erweitern, haben die Landtagsgrünen grundsätzlich begrüßt. Allerdings wiesen sie auf die unzureichenden Rahmenbedingungen an den...
Die heutige Kabinettsentscheidung, das Auswahlrecht der Hochschulen zu erweitern, haben die Landtagsgrünen grundsätzlich begrüßt. Allerdings wiesen sie auf die unzureichenden Rahmenbedingungen an den niedersächsischen Hochschulen hin. "Die meisten Hochschulen werden kaum in der Lage sein, aufwändige Auswahlverfahren durchzuführen", sagte die hochschulpolitische Sprecherin Gabriele Heinen-Kljajic am Dienstag in Hannover. "Sie haben schlicht kein Geld dafür."
Die Änderung des Zulassungsrechts soll es den Hochschulen gestatten, in örtlich zulassungsbeschränkten Studiengängen 90% der Studierenden selbst aussuchen zu können. Damit soll die Profilbildung der Hochschulen vorangebracht werden.
Ein qualitatives Auswahlverfahren bedeute Bewerbungsgespräche und Eingangsprüfungen mit einem Vielfachen an Bewerbern für die Studienplätze, so die Grünen-Abgeordnete. "Ein zeit- und kostenintensives Verfahren, das weiß auch die Landesregierung. Aber statt Geld hat sie nur Luftbuchungen für die Hochschulen im Angebot." Heinen-Kljajic erinnerte daran, dass die zur Gegenfinanzierung vorgeschlagenen Einnahmen aus den Langzeitstudiengebühren vom Finanzminister eingestrichen wurden. Ob und in welchem Umfang Einspareffekte zum Beispiel durch verringerten Aufwand für Betreuungs- und Beratungsleistungen eintreten, sei ebenfalls ungewiss. Die Hochschulverantwortlichen könnten sich darauf kaum verlassen.
Die grüne Hochschulexpertin forderte den Wissenschaftsminister auf, die an sich "gute Idee" nicht an den mangelnden Mitteln scheitern zu lassen.