Bessere Chancen für Jugendliche mit besonderen Schwierigkeiten:Mehr passgenaue Angebote in der Berufsausbildung
Die Landtagsgrünen haben einen Änderungsvorschlag zu einem Gesetzentwurf von CDU und FDP vorgelegt, der Jugendlichen mit besonderen Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt „passgenaue Angebote und damit bessere Berufsbildungschancen“ bieten soll.
Die Landtagsgrünen haben einen Änderungsvorschlag zu einem Gesetzentwurf von CDU und FDP vorgelegt, der Jugendlichen mit besonderen Schwierigkeiten auf dem Ausbildungsmarkt "passgenaue Angebote und damit bessere Berufsbildungschancen" bieten soll. "Außerdem wollen wir die Zahl der Ausbildungsplätze durch eine intensivere Zusammenarbeit von Schule und Betrieb erhöhen", sagte die schulpolitische Sprecherin Ina Korter am Dienstag in Hannover.
Das aufgrund bundesrechtlicher Vorgaben Mitte kommenden Jahres auslaufende Berufsgrundbildungsjahr wollen die Grünen in einzelnen Branchen in eine "integrierte Berufsgrundstufe" überführen. So habe sich das Berufsgrundbildungsjahr in den Bereichen Bau- und Holztechnik bewährt. "Wir wollen es für diesen Bereich als erstes Ausbildungsjahr weiterentwickeln. Das nutzt den Jugendlichen und den Betrieben", sagte die Grünen-Politikerin.
Für Branchen mit besonderem Mangel an Ausbildungsplätzen schlagen die Grünen die Einrichtung einer "dual-kooperativen Berufsfachschule" vor, die als vollzeitschulische Berufsausbildung mit hohen Praxisanteilen ausgestaltet werden soll. Viele Betriebe könnten nicht ausbilden, weil sie nicht selbst sämtliche Inhalte der Ausbildung vermitteln können. "Die dual-kooperative Berufsfachschule ist ein Ausbildungsverbund von Schule und Betrieb, bei dem die Schule die Gesamtverantwortung übernehmen muss. Das kommt vor allem kleineren und mittleren Betrieben zugute", meinte Korter.
Veränderungsbedarf sieht die grüne Schulexpertin auch bei den berufsvorbereitenden Maßnahmen, die künftig Qualifizierungsbausteine vermitteln und bescheinigen sollen. "Bislang wurden diese Maßnahmen oftmals nur als Warteschleife wahrgenommen und haben zu Frust und Demotivation geführt".
Für Jugendliche mit besonderen Problemen sollen Produktionsschulen eingerichtet werden. Schwerpunkt von Produktionsschulen ist das Anbieten von Produkten und Dienstleistungen unter marktähnlichen Bedingungen, eine Verbindung von Arbeiten und Lernen.
Am Freitag dieser Woche wird das Thema berufliche Bildung im Kultusausschuss des Landtages diskutiert.