Ministerin soll "schulischen Bedarf" für Hockey-Trainer erläutern - Grüne: "Eine anrüchige Geschichte"
Nachdem neue Details über die Einstellung eines Hockey-Trainers an einem Braunschweiger Gymnasium bekannt geworden sind, drängen die Grünen im Landtag auf Aufklärung. "Es steht außer Frage, dass für G...
Nachdem neue Details über die Einstellung eines Hockey-Trainers an einem Braunschweiger Gymnasium bekannt geworden sind, drängen die Grünen im Landtag auf Aufklärung. "Es steht außer Frage, dass für Gerhard Glogowski bei der Stellenanfrage Vereinsinteressen maßgeblich waren. Jetzt muss dargelegt werden, wie der schulische Bedarf diesem Anliegen angepasst worden ist", erklärte der Grünen-Abgeordnete Michel Golibrzuch am Wochenende in Hannover.
In einer parlamentarischen Anfrage will der Grünen-Politiker von Kultusministerin Renate Jürgens-Pieper wissen, wieso sie die schriftliche Bitte ihres Parteifreundes um Anstellung des Trainers überhaupt habe prüfen lassen. Glogowski selbst habe in seinem Brief unmissverständlich darauf hingewiesen, dass es nicht um einen schulfachlichen Wunsch gegangen sei. Golibrzuch: "Schon dieses Ansinnen ist ein unerhörter Vorgang."
Der Grünen-Abgeordnete fragt nun danach, wieso sich der "sportspezifische Bedarf" für das Braunschweiger Wilhelm-Gymnasium innerhalb eines Jahres verändert habe, obwohl dort auch vorher schon Hockey gespielt worden sei. Auch interessieren ihn Einzelheiten über die rasche Einstellung einer weiteren Bewerberin. Der "Nordwest Zeitung" (Samstagsausgabe) zufolge war diese zunächst abgelehnt, dann aber übernommen worden als sie ankündigte, anderenfalls die Einstellung des Hockey-Trainers im Kommunalwahlkampf öffentlich zu machen. Golibrzuch: Offenbar war jedenfalls der Schulbehörde klar, dass diese Geschichte anrüchig ist."
Schließlich will der Grünen-Politiker wissen, welche vergleichbaren Fälle die Landesregierung nennen können, bei denen Amateur-Trainer von Sportvereinen auf deren Wunsch hin in den Schuldienst übernommen worden seien. Soweit es sich dabei um einen neuen Förderansatz handele, sei dieser für viele Vereine interessant. Golibrzuch: "Vielleicht ist es aber auch so, dass man in Braunschweig demnächst schulischen Bedarf für Portugiesisch feststellt, wenn der örtliche Fußball-Zweitligist einen Vertragsamateur entsprechender Nationalität verpflichten will und nicht bezahlen kann." mg