Signal für Abschied von der Atomkraft bleibt aus:Ministerpräsidenten-Gipfel mit dürftigen Ergebnissen
Als Minimum sei zu erwarten gewesen, dass die Ministerpräsidenten die endgültige Abschaltung der sieben ältesten AKW und des AKW Krümmel fordern. „Für den Ausbau der Erneuerbaren Energien brauchen wir eine optimale Verbindung zwischen den Stromnetzen in Nord- und Mitteleuropa“, so Stefan Wenzel.
Die Landtagsgrünen haben die Ergebnisse des Nord-Ländergipfels in der Atomfrage als "dürftig" kritisiert. "Ein deutliches Signal für den Abschied von der Atomkraft hat diese Versammlung nicht gegeben", sagte der Fraktionsvorsitzende Stefan Wenzel heute (Donnerstag) in Hannover. Als Minimum sei zu erwarten gewesen, dass die Ministerpräsidenten gemeinsam die endgültige Abschaltung der sieben ältesten Atomkraftwerke und des Atomkraftwerkes Krümmel fordern.
"Für den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien brauchen wir eine optimale Verbindung zwischen den Stromnetzen in Nord- und Mitteleuropa", sagte der Grünen-Politiker. Hierfür sei eine engere Zusammenarbeit mit Norwegen, Dänemark und Schweden nötig. "Mit der norwegischen Wasserkraft können Kapazitäten in die Grundlast gebracht werden, die 85 Prozent der norddeutschen Windkraftleistung entsprechen, sagte Wenzel. "Nachts und bei Starkwind liefern wir Strom nach Norden. Tags und bei Flaute kaufen wir Strom im Norden". Schweden habe ebenfalls große Wasserkraftkapazitäten. Dänemark verfüge schon heute über Leitungsnetze, die stärker als Verbindungsachse in Anspruch genommen werden könnten. "Eine intensive Zusammenarbeit mit den Nordeuropäischen Ländern kann für alle Beteiligten zu einem Win-Win-Projekt werden", sagte der Grünen-Politiker.