Anhörung im Unterausschuss:Miriam Staudte: Tachomanipulation effektiv verhindern
Der Unterausschuss Verbraucherschutz hat heute (06. April 2016) eine Anhörung zur Tachomanipulation von Gebrauchtwagen durchgeführt. Rot-Grün fordert in einer Landtagsentschließung die Einführung eines „Car-Pass-Systems“, besseren technischen Schutz vor Manipulation durch die Fahrzeughersteller und die Eindämmung des Handels mit Manipulationsgeräten.
Darum geht's
Der Unterausschuss Verbraucherschutz hat heute (06. April 2016) eine Anhörung zur Tachomanipulation von Gebrauchtwagen durchgeführt. Rot-Grün fordert in einer Landtagsentschließung die Einführung eines „Car-Pass-Systems“, besseren technischen Schutz vor Manipulation durch die Fahrzeughersteller und die Eindämmung des Handels mit Manipulationsgeräten.
Das sagen die Grünen
Miriam Staudte, verbraucherschutzpolitische Sprecherin
"Wir sehen uns durch die Anhörung in unseren drei Forderungen bestätigt. Wir brauchen einen verbesserten technischen Schutz durch die Hersteller, müssen zudem eine zentrale Datenbank einführen und den Handel mit Manipulationsgeräten strafrechtlich verfolgen. Alle eingeladenen Experten sehen Handlungsbedarf, um Tachomanipulation effektiv zu verhindern."
„Die Mehrzahl der angehörten Organisationen und Verbände fordert eine gesetzliche Lösung, die die Hersteller zu besserem technischen Schutz der Fahrzeuge verpflichtet. Um die Manipulation im schon existierenden Fahrzeugbestand einzudämmen, brauchen wir eine zentrale Datenbank zur Erfassung und Dokumentation des Kilometerstands. Das 'Car-Pass-Modell' wäre eine mögliche Lösung. Als neuer Aspekt wurde zudem eine verstärkte Strafverfolgung gefordert."
Zum Hintergrund
Bei fast jedem dritten Gebrauchtwagen wurde vor seinem Verkauf der Tachostand manipuliert.Verbraucher wurden folglich in rund zwei Millionen Fällen beim Kauf ihres Gebrauchtwagens über den tatsächlichen Kilometerstand getäuscht. Nach Schätzungen des ADAC entstand den Verbrauchern dabei ein durchschnittlicher Schaden von ca. 3.000 Euro pro verkauftem Fahrzeug. Das entspricht einem Gesamtschaden von sechs Milliarden Euro.
In Belgien wurde 2006 zur Begrenzung von Tachomanipulationen das sogenannte „Car-Pass-System“ eingeführt. Der Einsatz dieses Systems konnte die Anzahl der Tachomanipulationen in Belgien erheblichen reduzieren.