Pressemeldung Nr. 1940 vom

Modellversuch "Heroin auf Krankenschein" nicht gefährden - Regeln für Hilfsmaßnahmen müssen Bedingungen der Schwerstabhängigen entsprechen

Die Landtagsgrünen warnen davor, den Modellversuch "Heroin auf Krankenschein" in der Landeshauptstadt Hannover zu gefährden. Es wäre ein "Rückfall in die drogenpolitische Untätigkeit" wenn das Projekt...

Die Landtagsgrünen warnen davor, den Modellversuch "Heroin auf Krankenschein" in der Landeshauptstadt Hannover zu gefährden. Es wäre ein "Rückfall in die drogenpolitische Untätigkeit" wenn das Projekt gekippt würde, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Brigitte Pothmer am Sonntag in Hannover.
Zeitungsberichte vom Wochenende spekulieren über ein Scheitern, weil bisher nicht die ausreichende Zahl Süchtiger für die Beteiligung gewonnen werden konnten.
Jahre seien vergangen bis sich der Landtag auf Initiative der Grünen einstimmig für den Modellversuch ausgesprochen hatte. "Es ist unverantwortlich, wenn nun Verweigerer und Skeptiker nach nur vier Wochen Praxis bereits den Stab darüber brechen", sagte die grüne Gesundheitsexpertin.
Die Überzeugungsarbeit gegenüber den Schwerstabhängigen müsse intensiviert werden. Pothmer: "Wenn wir aber feststellen, dass die Untersuchungen, Befragungen und anderen bürokratischen und medizinischen Vorgaben zu einer unüberwindbaren Hürde für die Teilnahme werden, müssen diese Regeln auf den Prüfstand. Schließlich geht es darum, diese Hilfsmaßnahme den Bedingungen der Kranken anzupassen und nicht umgekehrt."
Die Grünen-Politikerin verwies dazu auf die positiven Erfahrungen mit der Heroinvergabe im englischen Liverpool und in der Schweiz.
Das Modellprojekt sei landesweit von außerordentlicher Bedeutung. "Auch andere Städte knüpfen für ihre eigene Drogenszene große Hoffnungen an einen erfolgreichen Verlauf, weil mit der Maßnahme Heroin auf Krankenschein Gesundheit und Leben von Schwerstabhängigen erhalten werden und ein Beitrag zur Eindämmung der Beschaffungskriminalität geleistet wird."

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