Nach Wulff will jetzt auch Hirche schneller mit dem Auto nach Berlin - Grüne: Tempolimiterhöhung auf 140 Stundenkilometer ist teuer, gefährlich und überflüssig
Die Grünen im Landtag lehnen die geplante Tempolimiterhöhung des Verkehrsministeriums auf der A2 ab. "Wenn Hirche ein erfundenes Tempolimit jenseits der Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern...
Die Grünen im Landtag lehnen die geplante Tempolimiterhöhung des Verkehrsministeriums auf der A2 ab. "Wenn Hirche ein erfundenes Tempolimit jenseits der Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern festlegen will, ist das nicht nur absurd und teuer, sondern vor allem auch gefährlich", sagte am Mittwoch Enno Hagenah, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Landtag.
Seit der Einführung des Tempolimits von 120 Stundenkilometern sind auf der Autobahn die Unfallzahlen deutlich gesunken. "Trotzdem setzt sich nach Wulff jetzt auch Hirche über die fundierten Erkenntnisse und Bedenken der Polizei hinweg, und das nur, weil er sich schneller mit dem Auto nach Berlin fahren lassen will", vermutete Hagenah. Ministerpräsident Wulff hatte sich im Mai 2003 für die Erhöhung des Tempolimits auf der Autobahn eingesetzt. "Jetzt soll Hirche als Gehilfe den Wunsch des Ministerpräsidenten doch noch realisieren", sagte Hagenah. "Ob Experte oder Laie - niemand nimmt dem Verkehrsminister das Märchen ab, wonach eine Tempoerhöhung Unfälle reduzieren soll und bisherige Temposünder die neue Höchstgeschwindigkeit freiwillig einhalten würden."
Die Grünen sind überzeugt, dass sich die vier Millionen Euro für die nötige Aufrüstung des Verkehrsleitsystems "Move" angesichts der schwierigen Haushaltslage sinnvoller hätten ein-setzen lassen können – beispielsweise für den Bau von Lärmschutz an der A2 bei Bernsen und Bernser Landwehr im Schaumburger Land. Dort ist das Landesamt für Straßenbau seit 1995 zwar verpflichtet, verschiebt die Bauarbeiten aber ständig.