Nationalparkhäuser nicht kaputt sparen - Koppelung der Landeszuschüsse an Personalkosten aufgeben

Die vom niedersächsischen Umweltministerium vorgesehenen Änderungen bei der Förderung der Wattenmeer-Nationalparkhäuser bedeutet nach Meinung der Grünen für die meisten der 14 Infozentren an der Küste...

Die vom niedersächsischen Umweltministerium vorgesehenen Änderungen bei der Förderung der Wattenmeer-Nationalparkhäuser bedeutet nach Meinung der Grünen für die meisten der 14 Infozentren an der Küste das Aus.
Die Kürzung der Landeszuschüsse auf 55.000 Euro allein sei schon für manche der betroffenen Häuser ein gravierendes Problem. "Existenzbedrohend ist jedoch die vorgesehene Koppelung der Landeszuschüsse an die Personalkosten" meint Hans-Joachim Janßen, für den Wattenmeerschutz zuständiger Grünen-Landtagsabgeordneter aus Varel. "Um die 55.000 Euro Landeszuschüsse ausschöpfen zu können, müssen künftig ca. 91.600 Euro Personalkosten nachgewiesen werden. Viele werden das nicht können und deshalb tatsächlich weitaus weniger bekommen".
Der Nationalpark sei nicht nur das "Naturschutz-Highlight" in Niedersachsen, sondern auch für den Tourismus von herausragender Bedeutung, so Janßen. "Wir brauchen die Nationalparkhäuser, um den Besuchern vor Ort über das Gebiet und seine Besonderheiten zu informieren und über Naturerlebnisse Verständnis für diesen einmaligen Lebensraum zu gewinnen", sagte der Grünen-Politiker. Umweltminister Sander zerschlage mit den Nationalparkhäusern wichtige Bausteine des Tourismus an der Küste und auf den Inseln. "Wer wie Herr Sander ständig davon redet, Naturschutz mit den Menschen machen zu wollen, muss auch dafür sorgen, dass die Menschen an die Natur herangeführt werden können. Phrasendrescherei allein hilft da nicht".
Die Grünen fordern, zumindest die Koppelung der Förderung an die Personalkosten wieder rückgängig zu machen. Janßen: "Die FDP redet doch immer so gerne von Eigenverantwortung. Bei den Nationalparkhäusern macht Minister Sander das genaue Gegenteil. Die Verantwortlichen vor Ort und nicht Bürokraten in Hannover sollten entscheiden, wofür das Geld sinnvoll eingesetzt werden kann".
Dabei müsse jedoch ein guter fachlicher Standard der Umweltbildungsarbeit in den Nationalparkhäusern gewährleistet bleiben. Die Anforderung des Umweltministeriums, dass mindestens eine Mitarbeiterstelle mit einer diplomierten Fachkraft zu besetzen ist, wird daher von den Grünen unterstützt.

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