"Netzverantwortliche der DB AG verschulden Verspätungen" - Grüne beklagen Mängel zwischen Esens und Sande sowie Oldenburg und Osnabrück
Die weitgehende Eingleisigkeit der Bahnstrecke zwischen Esens und Sande erweist sich nach Angaben der Grünen im Landtag zunehmend als Problem für den Zugverkehr. "Der technische Zustand der Strecke er...
Die weitgehende Eingleisigkeit der Bahnstrecke zwischen Esens und Sande erweist sich nach Angaben der Grünen im Landtag zunehmend als Problem für den Zugverkehr. "Der technische Zustand der Strecke erlaubt einen reibungslosen Zugbetrieb nur im Regelfahrplan. Schon kleinere Abweichungen haben zur Folge, dass ein Zug ausfällt", erklärte der Grünen-Abgeordnete Michel Golibrzuch (Esens) am Dienstag in Hannover.
Angaben des Grünen-Politikers zufolge war dies zuletzt am vorletzten Sonntag, den 7. April, der Fall. Nach der plötzlichen Erkrankung eines Zugführers war es der Nordwestbahn zwar gelungen, innerhalb einer Viertelstunde einen Ersatzmann aufzutreiben. Weil der Gegenzug sich bereits im Gleis befand, konnte der Zug Esens jedoch erst mit einer Stunde Verspätung verlassen. Golibrzuch: "Das Problem ist, dass es auf der Strecke bis Sande lediglich noch in Heidmühle einen Begegnungspunkt mit zwei Gleisen gibt."
Der Grünen-Abgeordnete hatte bereits vor rund drei Jahren davor gewarnt, im Wittmunder Bahnhof das zweite Gleis und die zugehörige Weiche zu entfernen. Weil die Deutsche Bahn AG, die das Schienennetz damals wie heute betreibt, die Sanierungskosten der Strecke jedoch niedrig halten wollte, wurde das Gleis in der Harlestadt ebenso aufgelassen wie zuvor schon in Jever. Golibrzuch: "Die Nordwestbahn trägt hierfür keine Verantwortung, muss für die dadurch ausgelösten Verspätungen aber viel Kritik von Fahrgästen einstecken."
Wie der Grünen-Politiker weiter ausführt, handelt es sich bei der unzureichenden Infrastruktur zwischen Esens und Sande um keinen Einzelfall. Auch auf der Strecke Oldenburg-Osnabrück komme es immer häufiger zu Verspätungen, weil die für die Gleise zuständige Deutsche Bahn AG technische Mängel nicht beseitige. Schwachpunkt sei hier die Huntebrücke in Oldenburg, deren Klappmechanismus offenbar nicht mehr zuverlässig funktioniere. In einem Brief an Niedersachsens Wirtschaftsministerin Susanne Knorre drängt der Grünen-Abgeordnete jetzt auf Abhilfe, notfalls auch durch das Land. Golibrzuch: "Bevor andere Strecken ausgebaut werden, müssen vorhandene Schwachpunkte auf sanierten Gleiswegen zunächst einmal beseitigt werden."
mg