Über 1000 Hektar Moor der Zerstörung preisgegeben:Neues Landesraumordnungsprogramm „umweltpolitische Mogelpackung“
Die Landtagsgrünen haben die Überarbeitung des neuen Landesraumordnungsprogramms (LROP) “als umweltpolitische Mogelpackung” bezeichnet. So seien zwar 1198 Hektar bereits abgebaute Torfflächen aus dem LROP gestrichen worden, aber zugleich über 1000 Hektar neue Flächen der Zerstörung preisgegeben.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Landtagsgrünen Christian Meyer hat die seit heute (Montag) öffentlich ausliegende Überarbeitung des neuen Landesraumordnungsprogramms (LROP) "als umweltpolitische Mogelpackung" bezeichnet. So seien zwar 1198 Hektar bereits vollständig abgebaute Torfflächen aus dem LROP gestrichen worden, aber zugleich würden über 1000 Hektar neue Torfabbauflächen der Zerstörung preisgegeben. "Das ist ein schwerer Verstoß gegen die Klima- und Naturschutzziele des Landes", sagte der Grünen-Politiker.
Meyer erinnerte daran, dass in einem Hektar Moor über ein Dutzend Tonnen CO2 gebunden werden. Durch den Torfabbau werden diese natürlichen Kohlenstoffsenken zerstört und enorme Mengen Treibhausgase freigesetzt. Die Behauptung der Landesregierung, keine neuen Flächen auszuweisen, werde "durch den Entwurf ad absurdum geführt". Neben 693 Hektar völlig neuen Torfabbaugebieten in den Landkreisen Oldenburg, Verden, Cuxhaven, Rotenburg und Stade werden auch 342 Hektar Erweiterungen bestehender Abbauflächen ausgewiesen. "Damit opfert die Landesregierung den Naturschutz und ignoriert die Bedenken der Kommunen zugunsten der Lobbyinteressen der Torfindustrie", sagte der Grünen-Politiker. Im Widerspruch zur Bundesregierung würde Minister Lindemann alle Einwände der Umweltverbände missachten und im Vorfeld der Landtagswahlen der Torfindustrie noch einmal "einen großen Schluck aus der Pulle der Vorratsflächen spendieren". Die von der Landesregierung behauptete Reduzierung der Torfabbauflächen sei "Trickserei". Es seien überwiegend Gebiete gestrichen worden, die schon abgebaut und zerstört sind.
Meyer forderte Ministerpräsident McAllister zum Eingreifen auf. "Wenn die Landesregierung ihr Klima- und Energiekonzept ernst nimmt, darf sie keinen neuen Torfabbau in Niedersachsen erlauben und muss stattdessen für die Wiedervernässung und den Schutz der letzten Moorflächen sorgen." Die Landtagsgrünen fordern die vollständige Beendigung des Torfabbaus, ein großflächiges Moorschutzprogramm und die Förderung von umweltfreundlichen Ersatzstoffen im Gartenbau.